Fußball

Ist Alaba wirklich so ein Supertyp?

Rund 49.000 Fans dürfen nach aktuellem Stand zum Start der deutschen Bundesliga von Freitag bis Sonntag in die Stadien. In Stuttgart wird noch verhandelt, ob die neue Regelung, wonach bis zu 20 Prozent der Plätze verkauft werden dürften, schon Samstag gegen Freiburg gilt. In Niedersachsen ist dies erst nächste Woche der Fall, daher spielen Oliver Glasner und Xaver Schlager mit Wolfsburg gegen Leverkusen vor nur 500 Besuchern. 7500 sollten es Freitag Abend beim Start zwischen Meister Bayern und Schalke in der Münchner Allianz-Arena sein. Darauf hatten sich Mittwoch die Stadt, das Gesundheitsamt und Bayern geeinigt. Donnerstag bestimmt Bürgermeister Dieter Reiter wegen steigender Infektionszahlen: Keine Zuschauer, sondern wieder ein Geisterspiel.

32 Österreicher, so viele wie nie, stehen bei den 16 der 18 Klubs unter Vertrag. Damit ist Österreich die Nation Nummer eins bei den Legionären. Nur Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin haben in ihrem Kader keinen „Ösi“. Die kleinen „Einschränkungen“ bei der Rekordzahl: Martin Harnik gehört bei Werder Bremen nicht zum Kader, der Vorarlberger Tormann Michael Langer wird als dritter Keeper bei Schalke kaum zum Zug kommen. Den meisten Gesprächsstoff  liefert David Alaba mit seinem Vertragspoker bei Bayern.  Der aber zusehend auch sein Image etwas beschädigt. Gab „Bild“ ihm am Dienstag noch Platz für die Antwort von ihn und seinem Vater George auf die Attacken von Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß, stellte aber am Tag darauf gleich die Frage, ob Alaba wirklich so ein Supertyp ist, in den Raum. Mit der Bemerkung, wenn man den Israeli Pini Zahavi als Berater engagiere, der dafür bekannt sei, den letzten Euro bei den Klubs herauszupressen, dann gebe schon die Richtung vor, dass es nur um das Geld geht.  Alaba müsse zwar nicht ewig dafür dankbar sein, von Bayern zum Superstar geformt worden zu sein, aber ganz vergessen dürfe er das auch nicht. Donnerstag meldete sich Sportvorstand Hassan Salihamidzic wieder einmal zu Wort. Mit der Versicherung, Bayern werde in Sachen Alaba keine verrückten Dinge tun. Das sollte nochmals unterstreichen, ihn nicht wie von Zahavi gefordert zum Topverdiener vor Torjäger Robert Lewandowski und Tormann Manuel Neuer zu machen. Zahavis Konter: Seine Forderungen für Alaba würden deutlich unter dem Lewandowski-Gehalt liegen, das auch er aushandelte. Da wurde es fast zum Randthema, dass Alaba wegen Addukotenproblemen Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainierte, für den Start ein Fragezeichen  bedeutet. Kingsley Coman, der Siegestorschütze im Champions League-Finale gegen Paris St.Germain, musste in häusliche Quarantäne, da er mit einer positiv auf Corona getesteten Person Kontakt hatte. Der Wechsel von Mittelfeldspieler Thiago zu Jürgen Klopp und Englands Meister FC Liverpool ging Donnerstag über die Bühne. Bayern kassiert 30 Millionen für den Spanier.

Für Bayern und Alaba gehts´in der Saison um die dreifache  Titelverteidigung. Die anderen Österreicher? Kapitän Marcel Sabitzer, mit einer Zerrung für den Start gegen Mainz fraglich, und der nach einer Knieoperation noch bis Oktober fehlende Konrad Laimer kämpfen mit RB Leipzig wieder um einen Champions League-Platz. Viel wird davon abhängen, ob der Abgang von Torjäger Timo Werner zu Chelsea durch den von Salzburg gekommene Hee Chan Hwang zumindest teilweise kaschiert werden kann. Ein ähnliches Ziel wie Sabitzer und Laimer haben Stefan Lainer, Hannes Wolf und Valentino Lazaro unter Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach, ebenso Teamkapitän Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic mit Leverkusen. Beide sind für Trainer Peter Bosz nicht erste Wahl, Dragovic hofft bis 5. Oktober auf einen Wechsel. Mit Kai Havertz (zu Chelsea) und Kevin Volland (zu Monaco) verlor Leverkusen starke Offensivspieler, daher wurde von AS Roma Tschechiens Teamstürmer Patrick Schick (letzte Saison bei Leipzig) gekauft.

Trainer Adi Hütter, Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker reden zunächst von einem einstelligen Tabellenplatz mit Eintracht Frankfurt,  Glasner und Schlager bei Wolfsburg wieder von der Qualifikation für die Europa League. Der französische Abwehrzugang  Maxence Lacroix aus Sochaux könnt die große Überraschung werden. In Hoffenheim sind bei Senkrechtstarter Christoph Baumgartner, Stefan Posch und  Florian Grillitsch mit dem großen Namen des neuen Trainers Sebastian Hoeneß auch große Erwartungen in Richtung Champions League-Platz verbunden.

Philipp Lienhart glaubt daran, dass Freiburg der Abgang von drei Leistungsträgern, von Tormann Alexandeer Schwolow zu Hertha BSC Berlin, Innenverteidiger Robin Koch zu Leeds und Torjäger Luca Waldschmidt zu Benfica Lissabon nicht aus der Bahn werfen wird: „Unser Grundgerüst in eingespielt!“ Zu dem zählt auch er. Schlecht sieht es für Alessandro Schöpf und Guido Burgstaller bei Schalke aus: Schöpf erwischte im Tiroler Trainingslager das Corona-Virus, Burgstaller steht nicht mehr hoch im Kurs, die wohl Vorrang  Für Verstärkungen war kein Geld da, dennoch kamen zwei Stürmer, die vor dem Kärntner gerehit sind: Der 36 jährige ablösefreie Bosnier Vedad Ibisevic von Hertha BSC Berlin und auf Leihbasis aus Frankfurt der Portugiese Goncalo Paciencia, auf den Hütter keinen großen Wert mehr legte. Trainer David Wagner gilt als alleiniger Favorit auf den ersten Rausschmiss der Saison.

Nicht in den Abstiegskampf verwickelt werden heißt das Ziel beim derzeit verletzten Florian Kainz mit dem 1.FC Köln. Bei Michael Gregoritsch bei seinem Neubeginn in Augsburg. Bei Karim Onisiwo und Philipp Mwene in Mainz. Bei Marco Friedl und Romano Schmid, der in der ersten Cuprunde nicht zum Kader gehörte, mit Werder Bremen. Bei Christopher Trimmel in seiner dritten Saison mit Union Berlin als Kapitän, der zweiten in der Bundesliga. Bei Sasa Kalajdzic, de Nummer neun von Aufsteiger Vfb Stuttgart, bei dem 19 Profis 23 Jahre oder jünger sind.

Auch auf Manuel Prietl wartet mit Arminia Bielefeld sein erstes Abenteuer Bundesliga. Gemeinsam mit dem von Altach gekommenen Christian Gebauer. Prietl wurde in der zweiten Liga zum besten defensiven Mittelfeldspieler gewählt. Wie wird das weiter oben aussehen? Fakt ist, dass Bielefeld mit 23 Millionen Euro das geringste Spieler-Budget der Liga hat. deshalb für viele als Absteiger feststeht. Prietls Devise: „Wir können mit Teamgeist überraschen!“

Foto: FC Bayern München.

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