Fußball

Jimmys Rückkehr kostet Geld: In der Not entdeckt Admira neue Märkte

Offensive Not macht erfinderisch. Vor allem, wenn die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind. Und der Nachschub aus der eigenen Akademie zumindest vorübergehend ausbleibt. Also muss man neue Märkte suchen und finden. Admira glaubt,  dass dies gelungen ist, um für mehr Offensivpower zu sorgen und alle Prognosen, wonach das Überraschungsteam der letzten Saison heuer zu den Abstiegskandidaten zählen und keine Chancen auf Platz sechs und die Meisterrunde  haben wird, zu widerlegen. Also sorgte die Admira zunächst mit dem 23jährigen Pyri Soiri für den ersten Neuzugang eines finnischen Teamspielers, der aus Weißrussland nach Österreich kam, Und entdeckte sogar in Finnlands zweite Liga eine mögliche Verstärkung.  Der 22jährige Seth Paintsil, den Manager Amir Shapourzadeh Dienstag präsentierte (Bild oben) ist der erste Neue, den ein Bundesligaverein aus dieser Klasse holte. Ausgebildet in seinem Heimatland Ghana, in der Red Bull Akademie.

Shapourzadeh ist überzeugt, dass beide Neue auf den Außenbahnen für mehr Power als bisher sorgen können, viel Potenzial mitbringen. Abwarten, ob diese Hoffnungen aufgehen. Paintsil erzielte für den finnischen Zweitligisten FF Jaro in 49 Spielen 15 Tore, lieferte vier Assists. Sein zwei Jahre jüngere Bruder Joseph, der bei seiner ersten Saison in Budapest bei Ferencvaros mit zehn Toren und sieben Assists aufgezeigt hatte, galt noch im Juni als Kandidat bei der Austria. Aber er wechselte lieber nach Belgien zu Genk, wo es sicher mehr zu verdienen gibt. Für drei Millionen Euro Ablöse. Die der Austria offenbar nicht zahlen wollte und konnte. Der Admira-Paintsil war sicher viel billiger. Sein Marktwert steht laut Transfermarkt bei 150.000 Euro, der von Soiri, der beim  0:1 gegen den LASK am letzten Sonntag in den letzten 18 Minuten debütiert hatte, ist doppelt so hoch.

Admira verlor vor dieser Saison sechs Stützen, muss mit dem Langzeitausfall des talentierten Sasa Kalajdzic leben, holte sieben Neue. Davon fünf  aus dem Ausland. Ungewohnt für den Klub, der als vorbildlich für die Förderung junger Österreicher galt. Der 26jährige deutschen Innenverteidiger Bjaerne Thoelke, der 19jährige talentierte Däne Morten Hjulmand im Mittelfeld, der  24jährige türkische Stürmer Sinan Bakis als Alternative zu Eigenbauspieler Patrick Schmidt (20) sowie  Soiri und Paintsil an den Flanken sollen Admira helfen.  Wie viele von ihnen Trainer Ernst Baumeister am Sonntag bei seinem Ex-Klub Austria bringen wird? Dort stehen mit Thomas Ebner, dem noch verletzten Maximilian Sax und Christoph Monschein drei ehemalige Schützlinge von ihm unter Vertrag. Die er wohl noch gerne bei sich hätte. Was er aber nicht sagen wird.

Die finanziellen begrenzten Möglichkeiten  stoppten unter anderem auch die Bemühungen um die sentimentale Rückkehr von Erwin „Jimmy“ Hoffer nach zwölf Jahren und sieben anderen Klubs (Rapid, Napoli, Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf, Karlsruhe und Beerschot) in die Südstadt. Mit dem 31jährigen Stürmer wäre die Admira zwar einig. Aber als der belgische Zweitligist aus Antwerpen eine Ablöse forderte, lagen die Gespräche auf Eis, hatten die billigeren Möglichkeiten aus Weißrussland und Finnlands zweiter Liga Priorität.  Ob in den letzten 15 Tagen der Transferzeit die Hoffnungen auf Hoffer nochmals reaktiviert werden?

Foto: © Admira Wacker Media.

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