Fußball

Lindner bekam „No Name“-Abstiegstrainer

Ein Schlag ins Gesicht der Schweizer Trainer! So wetterte der „Blick“ gegen den Nachfolger von Ex-Austria-Trainer Thorsten Fink bei Grasshoppers Zürich, der zum Abschied von seinem Kapitän, Österreichs Teamtorhüter Heinz Lindner, noch eine gute Nachred bekam: „Fink ist fachlich und menschlich top!“ Mit dem Neuen auf der Trainerbank des  Tabellenletzten, Tomislav Stipic, kann  keiner etwas anfangen. Wahrscheinlich fragten sich auch Lindner sowie seine Landsleute Raphael Holzhauser und Marco Djuricin: Tomislav wer?

Zuletzt war Stipic U 19-Trainer bei Eintracht Frankfurt, stand mit seiner Mannschaft knapp vor den Abstiegsrängen. Und ließ sich dort von Adi Hütter genau schildern, was ihn in der Schweizer Super League erwarten wird. Dass er wie der Vorarlberger mit Young Boys Bern einen angeschlagenen Traditionsklub in zweieinhalb Jahren zum ersten Titel seit über 30 Jahren führen wird, traut dem gebürtigen Kroaten, der mit zehn Jahren nach Deutschland übersiedelte, derzeit keiner zu. Damit muss der 39jährige leben. Im seinem ersten Match mit Grasshoppers heißt der Gegner am Samstag Abend Young Boys Bern. Der Tabellenführer war Mittwoch im Cupviertelfinale bei Luzern unerwartet mit 0:4 unter die Räder gekommen. Drei Tage zuvor bedeutete die Grasshoppers-Heimpleite gegen Luzern das Ende für Fink.

Die Reaktionen auf die Trainerwahl von Grasshoppers-Präsident Stephan Anliker und Vorstandschef Manuel Huber erinnern sehr an die in Österreich, als  Admiras Manager Amir Shapourzadeh  statt Ernst Baumeister Ende Oktober den 53jährigen Deutschen Reiner Geyer als Nachfolger präsentierte. Auch ein No Name-Trainer, zuvor bei der U21 des 1.FC Nürnberg. Nach drei Monaten und den ersten zwei Runden dieses Jahres gibt es erste Ansätze, dass mit Geyer der Klassenerhalt gelingen könnte. Bei Grasshoppers kommt noch erschwerend dazu, dass auf der Trainer- Visitenkarte von Stipic vor allem Misserfolge stehen: Zweimal abgestiegen! Somit mit Erzgebirge Aue von der zweiten in die dritte Liga als auch mit Karlsruhe von der dritten Liga in die Regionalliga. Der Stipic-Hinweis, dass beides nur wegen der schlechteren Tordifferenz passierte, ist nicht gerade beruhigend. Ein Abstiegskandidat holt einen von Abstiegen gekennzeichneten Trainer. Auf diese Idee zu kommen, ist nicht leicht.

Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller kann beim FC Basel die Vorgänge in Zürich bei dem Klub, bei dem er groß wurde, gelassen verfolgen. Basel ist bisher die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde. Was freilich Ärger nicht ausschließt: Der 31jährige serbische Ex-Teamspieler Zdravko Kuzmanovic  stürmt letzten Sonntag nach dem 3:1-Heimsieg gegen Thun in die Trainerkabine, motzte dort lauthals über seine Reservistenrolle. Sorgte dafür, dass dies auch in den Medien bekannt wurde. Koller hält zwar den Routinier zwar für einen hervorragenden Fußballer, zweifelt aber, ob es bei ihm noch konditionell reicht. Daher lässt er den gelernten kolumbianischen Innenverteidiger Eder Balanta im defensiven Mittelfeld spielen. Und fuhr bisher gut damit.

Foto: © Grasshoppers Zürich Media.

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