Fußball

Nicht nur für Harry Kane das größte Spiel in der Karriere

Englands Kapitän Harry Kane sprach ehrlich vom bisher größten Spiel in seiner Karriere, das mit dem Finale der  Europameisterschaft gegen Italien Sonntag ab 21 Uhr in Wembley auf ihn wartet. Und glaubte, dass dies nicht nur für ihn, sondern für alle gelte. Selbst für Liverpools Kapitän Jordan Henderson trotz gewonnener Champions League und Meistertitel. Ganz England wartet auf den Sieg und den ersten Titel nach 55 Jahren seit der Heim-WM 1996. Zum Unterschied von damals würde nicht Queen Elisabeth dem Kapitän, 1966 war es Bobby Moore, den Pokal überreichen. Oder wie nach der EM 1996 an Deutschlands Jürgen Klinsmann. Die Queen kommt nicht nach Wembley. Sondern Prinz William. Aber da England nicht der alleinige Veranstalter war, wird UEFA-Präsident Aleksander Ceferin die Sieger ehren.

Aber Kane wird es ziemlich egal sein, von wem der den Pokal bekommt. Hauptsache, er kann ihn in die Höhe heben: „Das beschäftigt mich seit Mittwoch Abend wirklich“, gab er zu. Er hat ja auch noch keinen großen Titel gewonnen. England musste zum Unterschied von Italien beim Marsch ins Finale nach dem 1:0 gegen Kroatien, 0:0 gegen Schottland und 1:0 gegen Tschechien in den Gruppenspielen, dem 2:0 gegen Deutschland und dem 4:0 gegen die Ukraine nur im Semifinale in die Verlängerung, gewann gegen Dänemark durch ein Elfergeschenk des holländischen Referees Danny Makelie 2:1. Italien gewann zwar alle Gruppenspiele (jeweils 3:0 gegen die Türkei und die Schweiz, 1:0 gegen Wales), musste dann schon im Achtelfinale gegen Österreich in Wembley in die Verlängerung, siegte 2:1. Bezwang danach Belgien in der regulären Spielzeit 2:1, brauchte im Semifinale gegen Spanien Dienstag in Wembley Verlängerung und Elferschießen, um zum vierten Mal im EM-Finale zu stehen. Italien hat einen Tag mehr Pause  vor dem Finale als England.

Was spricht dennoch für die Engländer? Der Rückhalt durch fast 60.000 ihrer  Fans in Wembley. Klarer Vorteile gegenüber 1000 italienischen. Die britischen Medien beschäftigt sogar die Frage, welches Lied  öfters gesungen werden wird. Das zur EM 1996 geschriebene „Football´s coming home“ von den Three Lions mit Sänger Frank Skinner oder wie Mittwoch rund um den Anpfiff und nach Schlusspfiff „Sweet Caroline, oh, oh, oh“, der Hit von US-Sänger Neil Diamond aus dem Jahr 1969. Die Fans sind ein Faktor, Kane und Abwehrriese Harry Maguire könnten die anderen sein. Kane ist zweifelsohne der bessere Mittelstürmer als  Ciro Immobile, lässt sich mitunter ins Mittelfeld zurückfallen, bereitet auch Tore vor. Maguire gewinnt nicht nur fast alle Kopfballduelle, hat mit 91 % gewonnener Zweikämpfe einen überragenden Wert, besser als der von Italiens Bollwerk mit Giorgio Chiellini (70) und Leonardo Bonucci (60,5). Zudem ist Maguire schneller als Chiellini und Bonucci. Hingegen hat Italien ein Plus im zentralen Mittelfeld mit einer Nummer sechs  (Lenker Jorginho) und zwei „Achtern (Nicola Barella, Marco Verratti) gegenüber den englischen Abräumern Declan Rice und Kalvin Phillips, die Mason Mount den Rücken frei halten. Viel Qualität haben beide Finalisten an den Außenbahnen, Italien wahrscheinlich etwas mehr. Mit Lorenzo Insignie und Federico Chiesa gegenüber Raheem Sterling und Bukayo Saka. Teamchef Gareth Southgate wird auch beim Finale drei Flaschen Wein in seiner Kabine haben, um mit den Assistenten auf den Triumph anzustoßen: La Tierra Rocosa, Sauvignon Blanc aus Chile die Flasche kostet zehn Euro.

Bis zu 63.000 Euro teuer sind Finaltickets am Schwarzmarkt. Das sind 62.655 mehr als der Originalpreis. Premier boris Johnson versprch bei einem englischen Triumph einen neuen Feiertag. Allerdings erst nach dem 19.Juli, wenn die Corona-Beschränkungen fallen. Kurzum, England ist am Durchdrehen. Auch noch Sonntag nach dem Finale? Es ist angerichtet für ein großes Endspiel. Zu dem die UEFA Dänemarks tragischen Helden Christian Eriksen 29 Tage nach dem Herzstillstand beim 0:1 gegen Finnland in Kopenhagen einlud. Ebenso die Ärzteund Helfer, die ihn damals ins Leben zurückholten.

 

Foto: UEFA.

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