Fußball

Nur Rapid kann sich nicht mit Junuzovic freuen

Sonntag Mittag sah Zoran Barisic in Hütteldorf, wie Rapid II vor 250 Zuschauern in der zweiten Liga in der Nachspielzeit gegen die Salzburg-Filiale Liefering ein 0:2 in ein 2:2 verwandelte. U 19-Teamspieler Almer Softic, zwei Minuten zuvor von Trainer Stefan Kulovits eingewechselt, sorgte für das Anschlusstor, Innenverteidiger Fabian Eggenfellner mit der letzten Aktion in der 94. Minute. Ein Punkt gerettet. Sieben Stunden später ärgerte sich der grün-weiße Sport-Geschäftsführer auf der Tribüne in Salzburg über die 94. Minute. Weil in der vor 15.217 Besuchern ein Punkt gegen Red Bull Salzburg verloren ging. Aus einem 1:1 wurde ein unglückliches, aber trotzdem nicht unverdientes 1:2 (0:1). Ausgerechnet durch Zlatko Junuzovic. Mit ihm hatte Salzburgs Trainer Matthias Jaissle ein ähnliches glückliches Händchen wie Kulovits mit Softic. Jassle wechselte den 34 jährigen Junuzovic erst neun Minuten zuvor für Luka Sucic, den Schützen des Führungstors ein.

Nur Rapid konnte sich nachher nicht mit  Junuzovic freuen. Es war sein erstes Saisontor in seinem fünften Bundesligaspiel. Nach dem dritten am 28. August war er mit einer Fersenverletzung praktisch sieben Monate außer Gefecht, erst am 20. März war er beim 4:1 in Wolfsberg wieder 15 Minuten lang zum Einsatz gekommen. Zuvor gab der Meister bekannt, ihm keinen neuen Vertrag zu geben. Sonntag war es das erste Heimspiel für ihn nach der langen Pause. Die Salzburger Fans feierten ihn vor Anpfiff mit einer Choreographie. Das Happy End für ihn erinnerte fast an ein Hollywood-Drehbuch, zeigte wieder einmal, wie viel Qualität Salzburg von der Ersatzbank nachlegen kann. Die Aktion zum Siegestreffer leitete Karim Adeyemi ein. Er kam nach 62 Minuten gemeinsam mit Benjamin Sesko für Noah Okafor und Junior Adamu. Nach Adeyemis Pass quer durch Rapids Strafraum setzte sich Rasmus Kristensen gegen die Rapidler Martin Moormann und Jonas Auere durch, Joker Junuzovic stand richtig, vollendete aus kurzer Distanz

Die zweite 1:2-Niederlage von Rapid gegen Salzburg innerhalb von zwei Monaten. Sie tat, wie Trainer Ferdinand Feldhofer versicherte, mehr weh als das 1:2 im Februar in Hütteldorf. Weil sie erst in der Nachspielzeit perfekt wurde, damit ein großer Kampf nicht belohnt wurde.  Aber Salzburg war speziell in der ersten Hälfte besser. Mit dem 0:1 zur Pause war Rapid (ohne Filip Stojkovic, Yusuf Demir und Kelvin Arase) gut bedient. Salzburgs Führung, ein Schuss vioSucic mit 120km/h, mag zwar nicht unhaltbar gewesen sein, aber Tormann Niklas Hedl verhinderte einen höheren Rückstand Rapids. Mit dem ersten Strafraumaktion gelang Ferdy Druijf nach Vorarbeit von Bernhard Zimmermann und des zur zweiten Hälfte gekommenen Christoph Knasmüllner der überraschende Ausgleich. Den Punkt wollte Feldhofer über die Distanz retten, brachte daher nach 68 Minuten für Stürmer Zimmermann Verteidiger Auer, stellte auf Fünferabwehr um.  Salzburg hatte den beste Tausch mit dem Siegestorschützen Junuzovic. Der sich in Sachen Zukunftsplanung keinen Stress machen will, Kontakte zu seinem Ex-Klub, der Wiener Austria, nicht abstritt.

Bitterer Beigeschmack für Rapid: Jetzt fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei, nächsten Sonntag im Heimspiel gegen Wolfsberg fehlt Marco Grüll, der in der Nachspielzeit die fünfte gelbe Karte bekam. Ob Feldhofer wieder Anleihen aus Rapid II nehmen wird? Mit dem 17 jährigen Aristot Tambwe-Kasengele, Moritz Oswald, Dragoljub Savic und Nicolas Binder saßen vier aus dem Zweitliga-Kader in Salzburg auf der Bank. Beim 2:2 gegen Liefering bewies Routinier Christopher Dibon im Abwehrzentrum nach langer Verletzungspause wieder Bundesliga-Tauglichkeit. Mit dem an der Ferse verletzten U 19-Teamspieler Benjamin Kanuric fehlte der Aggressiv-Leader der Mannschaft. Bei Liefering deuteten Mali-Mittelfeldspieler Mamady Diambou (19 Jahre) und der 18 jährige Stürmer von der Elfenbeinküste, Oumar Diakite, nicht nur mit ihren Toren an, dass die nächste Saison bei Salzburg eine Rolle spielen werden.

Foto: Red Bull Salzburg.

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