Fußball

Nur Sturm konnte zufrieden sein: Für Salzburg war das 1:1 wie eine Niederlage

Kein Sieger im österreichischen Spitzenduell. Für Red Bull Salzburg muss sich das 1:1 (1:0) gegen Sturm Graz vor 15.000 Zuschauern aber wie eine Niederlage anfühlen, weil der Tabellenführer lange Zeit das Match dominierte, ein Chancenplus hatte, ehe Sturm nach 80 Minuten praktisch mit dem ersten Abschluss der Ausgleich gelang. Somit blieb es bei nur zwei Punkten Vorsprung statt fünf. Dementsprechend groß war der Ärger bei Salzburg, obwohl sie sich bei der Standortbestimmung als erster Titelanwärter bestätigen. Vorerst bleibt es aber eng: „Wir sind schon zufrieden“, gestand Sturms Trainer Christian Ilzer, „weil wir uns im Spiel verändert haben“. Aber er gab zu: „Salzburg bleibt der Topfavorit, aber wir werden alles versuchen!“

Salzburgs Trainer Gerhard Struber stellte gegenüber dem Cupaufstieg in Linz um. Flavius Daniliuc ersetzte den Franzosen Lucas Gourna-Douath als zentraler der drei Innenverteidiger, feierte 67 Minuten lang ein solides Bundesligadebüt. Weil Amar Dedic verletzt war, sein Ersatz Leandro Morgalla erkankte, musste Linksfuß Andreas Ulmer mit 38 Jahren erstmals als Rechtsverteidiger ran, löste das aber mit seiner riesigen Erfahrung aber souverän. Petar Ratkov ersetzte Luka Sucic, war der zweite Stürmer neben Fernando. Erzielte per Kopf nach einem Eckball von Maurits Kjaergaard nach 15 Minuten die Führung. Erinnerte an das Cupviertelfinale beim LASK: Dort fielen zwei der drei Tore nach Standards von Kjaergaard.

Sturm begann mit Gregory Wüthrich nach langer Pause im Abwehrzentrum neben dem Belgier Dimitri Lavalee. Weil es nie gelang, Zugriff auf das Spiel zu bekommen, reagierte Ilzer zur Pause, in dem er Lavalee statt des Slowenen Tomi Hirvath als zweiten zentralen Sechser ins Mittelfeld vorzug, David Affengruber neu ins Abwehrzentrum brachte. Danach ging es besser, aber Salzburg hätte bei Sitzern durch Fernando und Innenverteidiger Oumar Solet (Bild) das zweite Tor erzielen müssen. Das gelang nicht. Und dann hatte Ilzer beim Tausch das glücklichere Händchen. Der Schotte Max Johnston, der Yusuf Gazubegovic ersetzte, ließ Daouda Guindo, der für Kjaergaard eingewechselt wurde, stehen, kam zum Flanken, wobei Solet im Zentrum behäbig und schlecht verteidigte. Das nutzte Otar Kiteishvili zu einem Flugkopfball, der Alexander Schlager keine Chance ließ. Danach traf Joker Sucic mit einem Freistoß noch die Stange: „Viel Investment für nur einen Punkt“, ärgerte sich Struber, „daher sind wir ein bisserl enttäuscht“. Er ließ nicht nur Daniliuc debütieren, sondern nach der Pause auch Adam Daeghi als Nachfolger von Fernando. Der 18 jährige dänische Stürmer kam letzten Sommer für drei Millionen von Aarhus. Nach vier Toren in neun Spielen für Zweitligist Liefering, vier in sechs Partien der Youth League und einer guten Vorbereitung verlängerte Salzburg im Jänner den Vertrag mit Daeghi im Jänner vorzeitig bis 2028. Sky-Experte Marc Janko erkannte einen Schritt Salzburgs in die richtige Richtung, um künftig so dominant aufzutreten, wie man es etwa in der letzten Saison gewohnt war.

Foto: Red Bull Salzburg.

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