Fußball

Rapid und fünfmal More than Sport! Kühbauer setzte auch Windbichler durch

Laut transfermarkt.at hatte Rapids Kader in der abgelaufenen Saison einen Marktwert  von 35,65 Millionen Euro. Den zweithöchsten der Bundesliga nach Red Bull Salzburg (132,15). Trotzdem schaffte Rapid nicht die Qualifikation für den Europacup. Das schreit nach Veränderungen und Neupositionierung. Für das unglückliche Scheitern im Play-off-Finale gegen Sturm Graz und einem Kader mit fast 16 Millionen Marktwert weniger kann man unter anderem die Fehlentscheidung des Vorarlberger Referees Robert Schörgenhofer am Sonntag in Graz verantwortlich machen, Aber sicher nicht dafür, dass der  LASK mit einem Kader von 20,25 Millionen Marktwert Zweiter wurde, Wolfsberg mit 10,55 Millionen Dritter. Der LASK meldete Montag seine erste Neuverpflichtung: Altachs 20jähriges Mittelfeldtalent Valentino Müller, zuletzt verletzt, kommt nach 45 Bundeslgaeinsätzen, erhielt einen Vierjahresvertrag.  Salzburg dachte mit dem 16jährigen Stürmer Benjamin Sesko von NK Domzale, der in Sloweniens U 17 spielt und einen Vertrag bis 2022 bekam, schon an die Jahre nach 2020.

Bei Rapid haben der neue Geschäftsführer Sport Zoran Barisic und Trainer Didi Kühbauer nicht viel  Zeit für „notwendige Veränderungen“, von denen Barisic sprach. Die zwei Wichen bis zum Start der Vorbereitungen werde nicht reichen. Auch nicht zur Aufarbeitung heikler Fragen. Etwa warum Spieler bei Rapid schwächer werden als bei ihren vorherigen Klubs. Die aktuellen Beispiele heißen Deni Alar und Marvin Potzmann, Lukrative Angebote für Rapid-Spieler werden eher die Ausnahme der Regel bleiben. Thomas Murg ist gefragt, für Türkeis Jung-Nationalspieler Mert Müldür (Bild oben zwischen Barisic und Kühbauer) wird sein Berater Max Hagmayr, der den Ex-Rapidler Andi Dober nach Ende seiner Profikarriere als Mitarbeiter holte, sicher Anfragen aus der Süper Lig präsentieren. Aber viel mehr wird nicht kommen. Die holländische „Forza“-Agentur versucht Boli Bolingoli in der Eredivisie zu platzieren. Letzten Donnerstag  beobachtete ihn Alkmaar, ohne danach die Überzeugung zu haben, dass der Linksfuß eine Verstärkung bedeuten würde.

Bei der Suche nach dem Neubeginn sind die Führungsqualitäten von Barisic gefragt. In dem er in aller Freundschaft die Personalwünsche von Kühbauer nach Spielern, mit denen er schon einmal zusammenarbeitete, einbremst. Der meinte nach dem 1:0 in Graz, wenn Rapid künftig immer so spiele, müsste man nicht all zu viel ändern. Liegt er damit richtig? Dann reicht es zwar, verunsicherte Mannschaften wie Sturm zu besiegen, aber nicht viel mehr. Kühbauer geht es darum, den Leistungsabfall zwischen den ersten elf im Kader und den Nummern 13, 14, 15, 16 zu verringern. Ob dazu seine Neuen Taxiarchis Fountas, Thorsten Schick und Richard Windbichler verhelfen können? In Wahrheit braucht  Rapid mehr Qualität als bisher unter den ersten elf, um nicht wieder eine enttäuschende Saison zu erleben. Und darum dürfte Kühbauers Wunsch nach Defensiv-Allrounder Richard Windbichler bei all den guten Erfahrungen, die er mit ihm vor Jahren bei Admira gemacht haben mag, gar kein Thema sein. Schon die eineinhalb Jahre bei Austria nach dem Abgang aus der Südstadt waren kein Hit. Dass er in Südkorea mit Ulsan die asiatische Champions League erreichte, ist nett, aber unerheblich. Heuer fünf Spiele des 28jährigen in der zweiten dänischen Liga bei Vilborg sind auch kein Qualitätsnachweis für einen Vertrag bei Rapid. Da muss es gleichwertige Alternativen oder sogar bessere im eigenen Nachwuchs geben, sonst liegt dort vieles im Argen. Aber Windbichlers Wechsel ging bereits wie der von Fountas und Schick vor Beginn der Geschäftsführer-Ära von Barisic über die Bühne.

Barisic will Personalien nicht einzeln kommentieren. Sagt auch nichts über Spieler, bei denen eine Vertragslösung das Ziel ist. Das wird zur Mammutaufgabe. Etwa bei Innenverteidiger Mateo Barac (Vertrag bis 2021), Deni Alar (Vertrag bis 2022), Andrija Pavlovic (Vertrag bis 2021) und Manuel Martic (bis 2020). Alar, von dem Barisic eine höhere Meinung hat als Kühbauer, Pavlovic und Martic gehören  zu den fünf grün-weißen Spielern, die sich von der Agentur „More than sports“ beraten lassen. Zu dem Trio kommen noch der Dauerverletzte Ivan Mocinic, der es letzten Freitag wieder einmal in der zweiten Mannschaft versuchte, ehe ihn das 16jährige Supertalent Yusuf Demir ersetzte, und Pechvogel Tamas Szanto, der mit Knieproblemen mehr als eine gesamte Saison verpasste. Man kann davon ausgehen, dass sich Frank Schreier, der Chef von „More than sports“ die Bereitschaft, bei Alar, Pavlovic und Martic über eine Vertragslösung zur reden, abkaufen lassen wird. Das heißt: Da werden zumindest zwei nicht gerade billige Abfertigungen fällig. Die Zweimilionen-Option auf den Kauf des Rumänen Andrij Ivan wurde nicht gezogen. Das wusste er bereits seit einiger Zeit. Dennoch spielte er noch in Graz.

Seit letzter Woche hat Geschäftsführer „Zoki“ noch eine neue Aufgabe: Tormanntrainer Helge Payer verabschiedet sich nach drei wundervollen Jahen, wie er selbst meinte, von seinem Herzensverein, weil er nur dann seinem Anspruch, andere zu entwickeln, dauerhaft gerecht werden kann, wenn er sich selbst entwickelt und voranschreitet, Der 39jährige möchte sein Profil schärfen. Barisic akzeptierte de Entscheidung, ist auf der Suche nach einem neuen „head of goalkeeping“.

Foto: @SK Rapid Wien Media .

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