Fußball

Reza Asadi oder die Iran-Überraschung von St.Pölten

St.Pölten  gilt zurecht als bisher positive Überraschung dieser Saison in der Bundesliga. Der Tabellendritte überrascht auch in anderer Hinsicht: Er holte als erster Klub seit mehr als einem Jahrzehnt einen Legionär aus dem Iran. Reza Asadi heißt der 24 jährige zentrale Mittelfeldspieler, kommt vom iranischen Cupsieger Traktor Tabris im Norden des Landes, dem kältesten Teil des Irans. Da wird die Umstellung auf das Klima in Österreich für Asadi nicht zu groß sein. Bis St. Pöltens Manager Andreas Blumauer und Sportchef Georg Zellhofer  Asadi mit dem St. Pölten-Dress präsentierten, musste dessen Berater, Reza Mostafaie, einige Überzeugungsarbeit leisten. Er wohnt in Wien, stammt aber aus dem Iran, hat dort ein Netzwerk. Suchte Asadi  nach den Kriterien aus, die gefragt sein werden: Zweikampfstark, in der Luft mit seinen 1,92 Metern eine Macht, dazu auch Qualitäten als Distanzschütze. In der Heimat hatte Asadi einen bekannten Namen als Trainer: Ali Daei, ein Idol im Iran, seit seinen Zeiten als Legionär in Deutschland bei Arminia Bielefeld, Bayern München und Hertha BSC Berlin.

Dieser Tage bekam er die Spielgenehmigung durch den ÖFB, jetzt braucht er Zeit zum Eingewöhnen, bis er für Trainer Robert Ibertsberger ein Thema wird. Für den Cupschlager gegen Titelverteidiger Red Bull Salzburg am Samstag kann er noch keines sein. Asadis Vorgänger in Österreichs Bundesliga? Der letzte Iran-Legionär war auch Defensivspieler, nämlich Mehdi Pashazadeh, der 2003/04 bei Rapid unter Vertrag stand, danach bei Sturm Graz und Admira, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das gelang zuvor Linskverteidiger Mehrdad Minavand von 1998 bis 2001 bei Sturm Graz. Er gehörte zur Erfolgstruppe von Trainerguru Ivica Osim um Ivo Vastic und Österreichs aktuellen Teamchef Franco Foda, wurde Meister und Cupsieger, spielte in der Champions League. Bis heute gibt es keinen Fußballer im Iran, der mehr Partien in Europas Königsklasse bestritten hat als Minavand. Ein Flop war hingegen bei Rapid der Offensivspieler Farhad Madjidi in der Saison 1999/2000. Er konnte sich nie im neuen Kulturkreis zurechtfinden, wurde vor allem nie damit fertig, dass er in Teheran auf den Strassen wie ein Popstar gefeiert wurde, in Wien aber völlig unbeachtet blieb. Asadis Ziele? Bei St.Pölten so gut spielen, dass ihm der Sprung in eine der europäischen Topligen gelingt. Daraus machte er auch gegenüber Zellhofeer kein Hehl.

Ein unrealistischer Plan? Derzeit gibt es in Englands Premier League, Portugal und Belgien Spieler aus dem Iran. Brighton legte 17 Millionen Euro auf den Tisch, um den Alkmaar-Stürmer Alireza Jahanbakhsh zu bekommen. Der hatte zuvor in Holland eine Saison mit Jakob Jantscher, der derzeit bei Sturm Graz einen neuen Frühling erlebt, bei NEC Nijmegen gespielt.  Für Portugals Meister FC Porto stürmt Alhadi Taremi, in Belgien bei Charleroi Kaveh Rezai, dessen Transferrechte bei Meister FC Brügge liegen. Kann St. Pöltens Iran-Hoffnung Asadi in diese Spuren finden, zahlt sich das für alle aus.  Das Risiko bei diesem „Experiment“ ist für den Klub überschaubar: Asadi kam ablösefrei in die niederösterreichische Hauptstadt. Donnerstag präsentierte St.Pölten noch ein neues Projekt: Den Business Klub Niederösterreich mit Ex-Landeshauptmnn Erwin Pröll an der Spitze. Das ist ein Netzwerk von 25 Unternehmen, das laut Pröll unter anderem das Image des Vereins pflegen und zur Anerkennung beitragen soll.

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