Fußball

Ruttensteiner und Israel: „Wie in Österreich kann es dort nicht funktionieren!“

Die Siegesserie von Österreichs Team nach seinem Abschied kommt für Willi Ruttensteiner, den von ÖFB-Präsident Leo Windtner im vergangenen Oktober einen Tag nach dem 3:2 gegen Serbien, dem Beginn der Erfolgsserie, für seine Zukunft geopferten ehemaligen Sportdirektor, nicht ganz überraschend: „Die jahrelange konsequente Talenteförderung macht sich bezahlt, es kommen immer neue Kandidaten nach, damit steigt die interne Konkurrenz. Und dazu sind einige arrivierte Spieler derzeit wirklich top.“ Da wird Ruttensteiner wohl an Marko Arnautovic gedacht haben, bei dem er auch andere Zeiten erlebt hatte. Aber über Namen will Ruttensteiner eigentlich nicht reden. Mit Windtner gibt es kaum noch Kontakt, das Hearing zu seiner Ablöse hat er acht Monate danach noch immer nicht ganz verdaut: „Da gab es eine Frage, die so tief unter der Gürtellinie war, dass man sich das gar nicht vorstellen kann.“ Sie kam von einem Vertreter der Bundesliga.

Letzte Woche war Ruttensteiner in Israel. Dort gab es auch ein Hearing. Da Israels Verband einen Sportdirektor sucht, unter dem die Qualifikation für die WM 2022 gelingen soll. Ruttensteiner präsentierte sein Österreich-Konzept, punktete damit voll. Bekam einen Vertrag vorgelegt, den er eigentlich nur noch unterschreiben hätte müssen. Doch da trat der Oberösterreicher  auf die Bremse: „Das Konzept, das  in Österreich funktionierte, ist nicht eins zu eins auf Israel umlegbar. Das kann nicht funktionieren.“ Also arbeitet er derzeit daran, es auf die israelischen Anforderungen zu modifizieren: „Un dann wird es neue Gespräche geben, ob das auch so gefällt oder nicht.“ Ob der erhoffte Aufschwung schon bis zur Qualifikation für die WM 2022 eintreten würde, wagt Ruttensteiner nicht zu prophezeien: „Die Zeit ist schon recht kurz.“ Regelmäßig pendeln zwischen Israel und Österreich wäre keine Option, er müsste ständig vor Ort sein. Und damit stellte sich auf die familiäre Frage. Das Leben in Israel ist ja nicht ganz unproblematisch.

Ruttensteiner hätte auch eine Alternative in einem anderen Land mit einem populären Traditionsklub, der endlich in die Erfolgsspur finden  möchte: “ Man kann ihn mit Rapid vergleichen. Aber dort gilt es erst eine Infrastruktur aufzubauen, ein so modernes Stadion wie bei Rapid gibt es nicht.“ Aber mehr verrät er nicht. Nur, dass er nicht im Land sein wird, wenn das Team Sonntag im Happel-Stadion gegen Brasilien um den siebenten Sieg in Serie, den ersten überhaupt gegen den Rekordweltmeister  kämpfen wird. Da ist er unterwegs in Kroatien und  Montenegro. In Sachen Trainerfortbildung.

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