Fußball

Von Wöbers Rolle bis zum Sixpack: Acht offene Fragen zum Start

Red Bull Salzburgs Kapitän heißt seit vielen Jahren Kapitän Andreas Ulmer. Daran hat sich nichts geändert. Auch nicht an den Topwerten des 37 jährigen in Sachen Fitness. Aber wird der Linksverteidiger Freitag den Titelverteidiger zum Saisonstart gegen die Wiener Austria auch auf den Rasen führen? Das hängt davon ab, welche Rolle Trainer Matthias Jaissle für Max Wöber (Bild oben) vorgesehen hat. Spielt Wöber im Abwehrzentrum, dann beginnt auch Ulmer. Aber Jaissle setzte Wöber in der Vorbereitung ebenso als Linksverteidiger ein. Eine Rolle, die er zuletzt auch im Nationalteam spielte. Kommt der Wiener auf der Position zum Zug, dann ist er  Salzburgs Kapitän, denn dann wird Ulmer nicht spielen. Wie Jaissle jeweils entscheidet, wird einerseits von seiner Taktik abhängen, vielleicht auch vom Gegner. Agiert Salzburg mit drei Innenverteidigern, was mitunter passieren kann, bleibt Wöber im Zentrum. Bei einer Viererabwehr könnte der Linksfuß eher außen agieren. Denn der neue serbische Innenverteidiger Strahinja Pavlovic, ebenfalls ein Linksfuß, hinterließ bisher einen starken Eindruck. Außerdem gibt es bei Jaissle sicher die Überlegung, ob Ulmer beim Tanz auf drei Hochzeiten nicht besser hin und wieder eine Pause gegönnt werden sollte.

Das ist eine von neun offenen Fragen zum Auftakt. Eine andere: Wie verkraftet Sturm Graz den Ausfall von Jakob Jantscher, den nicht nur sein Trainer Christian Ilzer als Unterschiedspieler bezeichnete? Mit einem Muskelfaserriss in der Wade, erlitt letzten Sonntag beim Cupspiel in Vorarlberg, fehlt er wochenlang. Allein mit seinen Standardsituationen war der 33 jährige, den die Bundesliga 2021/22 zum Spieler der Saison kürte, immens wichtig. Jantschers Beitrag zum Sturms Erfolf waren 19 Tore und 21 Assists in 40 Spielen. Die Ersatzlösung von Ilzer an vorderster Front neben dem Dänen Rasmus Höjlund wird vorerst der Ex-Austrianer Manprit Sarkaria ein.

Eine dritte Frage: Welche der Neuen helfen auf Anhieb weiter? In Salzburgs Brasilianer Fernando sehen viele den Topstar der kommenden Saison, von Innenverteidiger Strahinja Pavlovic sind alle überzeugt. Austrias Trainer Manfred Schmid ist überzeugt, dass der neue Stürmer Haris Tabakovic auch in der Bundesliga für Tore ähnlich gut sein wird wie in der zweiten Liga bei Austria Lustenaus Aufstieg, wenn den Schweizer nicht wieder muskuläre Probleme bremsen: „Er kann Bälle festmachen und hat etwas, was wir zuvor nicht hatten, nämlich die Größe.“ Guido Burgstaller kann bei Rapid sicher einiges bewegen, das zeigte er schon. Der LASK glaubt, mit dem kroatischen Stürmer Marin Ljubcic und dem ehemaligen griechischen Torschützenköng Efthymos Koulouris eine gute Wahl getroffen zu haben. Ebenso mit Robert Zulj. Trainer Didi Kühbauer sieht keine Gefahr, die Qualifikation für die Meisterrunde nicht zu schaffen. Wegen der Eröffnung des neuen Linzer Stadions im Frühjahr redet man bereits von einer historischen Saison.

Die vierte Frage: Ist Christian Früchtl ein gleichwertiger Nachfolger für Patrick Pentz im Austria-Tor? Früchtl trainierte bei Bayern München zwar sieben Jahre mit Manuel Neuer, müsste dabei einiges gelernt haben. Aber als er an den 1. FC Nürnberg verliehen war, bekam er keinen Einsatz. David Alaba, der Früchtl aus Bayern-Zeiten kennt, prophezeit, dass es Früchtl schaffen wird. Eine neue Nummer eins hat auch Wolfsberg mit dem Deutschen Hendrik Bonmann. Der zuvor mit Kickers Würzburg in die vierte deutsche Liga abgestiegen war.

Die fünfte Frage: Was kann Weltmeister Miroslav Klose als Trainer bei Altach bewegen? Wer daran zweifelt, dass er einiges in seiner ersten Station als Chef so umsetzen kann, wie er es gerne wollte, was nicht an ihm, sondern eher am Umfeld liegt, wird nicht falsch liegen. Die sechste Frage gilt auch einem Vorarlberger Klub: Wer soll beim Aufsteiger Austria Lustenau die Tore schießen? Mit Tabakovic und Muhammad Cham Saracevic gingen zwei Spieler verloren, die zusammen für 43 Treffer in der Aufstiegssaison sorgten. Nachfolger sind bei der Mannschaft mit dem kleinsten Budget der Liga und mit dem jüngsten Sportchef, dem 28 jährigen Alex Schneider, nicht in Sicht. Torben Rhein, der aus dem Bayern-Nachwuchs kam, war im Cup nicht in der Startelf. Wenn Trainer Markus Mader in seiner ersten Bundesligasaison den Abstieg verhindern kann, ist er ein Wunderwuzzi.

Die siebente Frage: Warum verzichtet außer Meister Salzburg so wie letzte Saison auch Austria Klagenfurt und neu der LASK und Aufsteiger Austria Lustenau auf Einnahmen aus dem Österreicher-Topf, bietet mehr als sechs Ausländer im 18 Mann-Aufgebot für Bundesligaspiele auf? Salzburg denkt international, Klagenfurt übertraf damit nach dem Aufstieg alle Erwartungen. Dennoch bleib das zu hinterfragen. Der LASK glaubt nur mit vielen Legionären in die Meisterrunde zu kommen, Austria Lustenau setzt lieber auf Leihgaben seines französischen Partners Clermont-Foot. Sieht sich chancenlos im Kampf um österreichische Top-Talente. Sturm Graz und Austria müssen Legionäre auf die Tribüne setzen, um die Einnahmen aus dem Österreicher-Topf nicht zu verlieren.

Die achte Frage: Muss Ligasponsor Admiral anders als letzte Saison erstmals einen Gewinn für sein Sixpack-Spiel zahlen? Wenn einer die sechs richtigen Resultate in einer Runde errät, bekommt er 100.000 Euro. Mit jeder Runde ohne Gewinner erhöht sich der  Einsatz. Bis zu einer Million, die man gewinnen kann. Das gilt einmal für die 16 Runden bis zur WM-Pause. Obwohl es bisher keinem gelang, sechs richtige Resultate zu tippen, versicherte Admiral erneut eine Million. Man kann ja nie wissen.

Foto: Red Bull Salzburg.

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