Fußball

Wimmers Abschied von Tottenham ist im Winter kein Thema

Zehn Punkte Rückstand zur Spitze, als Fünfter nicht in den Champions League-Plätzen, in der Königsklasse nicht mehr dabei: Nicht gerade das, was sich  Londons Traditionsklub Tottenham zur Weihnachtszeit erwartete. Mittwoch Abend wartet auswärts die Hürde Southampton im St. Marys Park. Für Kevin Wimmer heißt es  dort wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen. Daher tauchen wie im Vorjahr  um diese Zeit wieder  Spekulationen in den englischen Medien  über einen möglichen Vereinswechsel des Oberösterreichers auf. So wie es alle Jahre wieder  Meldungen gibt, dass Red Bull-Boss Didi Mateschitz sein Klubimperium um einen in England  vergrößern soll.

Zum fünften Mal gibt es diese Kombinationen. Heuer mit dem prominentesten Verein: West Ham, letzte Saison auf Rang sieben die zweitgröße Sensation der Liga nach Meister Leicester, in dieser nur im hinteren Drittel, mitunter sogar nahe den Abstiegsrängen. West Ham trägt seit Juli die Heimspiele im Londoner Olympiastadion aus, soll einen Wert von 235 Millionen Euro haben. Es gäbe sogar eine Salzburg-Connection: Nicola Jurcevic, Austria Salzburgs Torjäger aus den großen Erfolgszeiten Mitte der Neunzigerjahre, ist dort  Trainerassistent bei seinem kroatischen Landsmann  Slaven Bilic. Wie zuvor bei Besiktas Istanbul, Lok Moskau und  Kroatiens Nationalteam. Es ist zwar kaum zu glauben, stimmt aber: Jurcevic wäre an einem Trainerjob in Österreich interessiert. Nach der Premier League könnte man das sogar als eine Art Kulturschock sehen. West Ham gehört zwei Millionären aus der Erotik-Branche, die noch keine Verkaufsabsichten äußerten.

Zurück zu Wimmer: Tottenhams Weihnachts-Gegner Southampton  zählt nicht zum ersten Mal zu den Klubs, die in den letzten Tagen in den englischen  Gazetten als Interessenten an dem 24jährigen Innenverteidiger   genannt wurden. Und aus Deutschland wie bisher Wolfsburg, dazu neu  Mönchengladbach (mit Wolfsburgs Ex-Trainer Dieter Hecking) und Borussia Dortmund. Nicht sein Ex-Klub 1.FC Köln, der 2015 sechs Millionen Ablöse für ihn kassiert hatte, vier Jahre zuvor nur 250.000 Euro an den LASK hatte bezahlen müssen. Da schaute  er  vor Weihnachten aber einmal für einen Tag vorbei, um beim Training wieder alte Freunde zu sehen, seinen Förderern  Peter Stöger und Manfred Schmid die Hand zu schütteln.

Vor einer Saison hatte Wimmer zu Weihnachten noch keinen Einsatz in der Premier League (den ersten gab es erst am 23. Jänner), jetzt zwei in den Spitzenspielen gegen Arsenal und Chelsea . Dazu kamen noch zwei im englischen Ligacup sowie einer in der Champions League beim 1:2 in Monaco, das Tottenhams „Absturz“ in die Europa League fixierte. „Klar will ich öfters spielen“, gibt Wimmer zu, „klar wäre Dortmund riesig reizvoll, aber bei mir hat sich keiner gemeldet“. Dortmund soll sich  zur  Stabilisierung der Abwehr  bereits  Ömer Toprak, den türkischen Mitspieler von Aleksandar Dragovic bei Leverkusen, gesichert haben. Der kann um zwölf Millionen Euro im Juli aus dem Vertrag aussteigen.

Wimmer weiß nur über eine fixierte Aussprache mit Trainer Mauricio Pochettino  zu seinen Perspektiven. Da wird der Welser  wieder hören, die Zukunft Tottenhams auf der linken Position im Abwehrzentrum zu sein. Darum bekam er bereits im Juli  eine Vertragsverlängerung  bis 2021. Warum dann dies drei Monate später bei  seinem  fünf Jahre älteren  Konkurrenten, dem Belgier Jan Vertonghen, ebenfalls passierte, wenn auch „nur“ bis 2019, fragte sich Wimmer auch: „Im Winter sehe ich keine Chance auf einen Wechsel. Verleihen würde mich Tottenham ohnehin nicht, nur verkaufen“, weiß Wimmer. Da müßte sein neuer Klub an die zehn Millionen auf den Tisch legen. Da  Tottenham noch auf drei Hochzeiten in Premier League, englischem Cup und Europa League tanzt, rechnet er 2017 schon mit mehr Einsätzen als im Herbst. Vergangene Saison waren es insgesamt 21. Sollten  es bis Ende Mai deutlich weniger sein, dann wird sich Wimmer sicher „etwas  überlegen müssen“. Zu lange auf seine Zukunft an der White Harte Lane warten zu müssen, wäre schlecht für die Karriere.

Kalt und warm für Sebastian Prödl vor den Augen seiner Eltern zur Eröffnung des Boxing Day beim 1:1 mit Watford gegen Crystal Palace: Watford musste schon in den ersten 14 Minuten Teamspieler aus Holland (Janmaat) und der Schweiz (Behrami) verletzt ersetzen, lag 0:1 zurück, als Prödls katastrophaler Rückpass nach 37Minuten zu einem Elferfoul von Keeper Gomes an Benteke führte. Doch der Belgier vergab selbst den Penalty. Der zweite Elfmeter  im Match rettete Watford einen Punkt. Prödl wurde  nach einem Eckball von Delaney festgehalten, Deeney traf in der 70. Minute vom Elfmeterpunkt. Nächste Hürde von Watford am Silvestertag: Tottenham.  Vielleicht ein Österreicher-Duell.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER & Wikipedia.

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