Fußball

Wöber und seine verrücktesten neun Minuten

Sein zweites Spiel im weißen Sevilla-Dress mit der Nummer 14 wird Max Wöber nicht so schnell vergessen. Gegen den Zehnten Eibar lag Sevilla daheim im Piz Juan-Stadion vor 40.000 Zuschauern nach 62 Minuten 0:2 zurück. Beim zweiten Verlusttor nach einem Eckball kam Wöber gegen den brasilianischen Torschützen Charles zu kurz. Zehn Minuten später tauschte Trainer Pablo Marchin mit dem Portugiesen Carrico einen der drei Innenverteidiger aus, stellte auf Viererabwehr mit dem Dänen Simon Kjaer und Wöber im Zentrum um. Für Carrico kam Stürmer Bryan aus dem eigenen Nachwuchs, einen Tag vor seinem 18. Geburtstag. Aber es gelang nur wenig, die Fans pfiffen bereits. In der 84. Minute sah dazu noch der argentinische Mittelfeldlenker Ever Banega die zweite gelbe Karte, also rot. Sevilla nur noch mit zehn Mann. Scheinbar alles verloren. Doch dann begannen die verrücktesten neun Minuten in der Karriere des 21jährigen Wieners.

Plötzlich gelang das Anschlusstor. Nach einem Pass von Mittelfeldspieler Pablo Sarabia traf der Franzose Wissam Ben Yedder in der 88. Minuten. Es gab fünf Minuten Nachspielzeit. Und in der 93. Minute fiel noch der Ausgleich: Einen Flanke von Hollands Teamstürmer Quincy Promes verlängerte Sarabia mit rechts an Tormann Asier Riesgo vorbei ins Netz. Jener Sarabia, der zuvor Buhmann der Sevilla-Fans war. Danach gab es für Bryn ogar noch die Chance zum Siegestor, die er aber nicht nützte: „Mit einem Mann weniger einen Zweitorerückstand aufholen, kam zuvor in meiner Karriere noch nie vor“, machte Wöber neue Erfahrungen. Damit ist er im Sevilla-Dress noch unbesiegt.

Nach dem 5:0 beim Debüt gegen Levante musste er beim 1:6 im Nou Camp beim brutalen k.o. im Cupviertelfinale gegen den FC Barcelona wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel ebenso passen wie danach in der La Liga beim 0:1 gegen Celta da Vigo. Sein Comeback fand er für okay: „Ich hab´mich gut gefühlt, natürlich fehlt mir noch etwas Spielpraxis!“ Der vierte Platz, der zur Champions League reicht, wäre auch mit einer Niederlage nicht weg gewesen, aber jetzt hat Sevilla nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Fünften Getafe. „Es war sicher keine Glanzleistung von uns“, gestand Wöber, „vor allem die erste Hälfte hatte wenig mit dem Fußball zu tun, den wir uns vorstellen.“ Es war also am Ende nur Schadensbegrenzung: „Jetzt müssen wir wieder anfangen, zu gewinnen“, wusste Wöber. Die nächste Gelegenheit erinnert ihn an seine Rapid-Vergangenheit: Auswärts gegen Villarreal.

Foto: © Sevilla FC Media.

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