Fußball

Wolfsberg mit Struber wie LASK mit Ismael: Eine Kopie ist nie so gut wie das Original!

Noch einen Tag, bevor die Austria in der Generali-Arena Christian Ilzer als ihren neuen Trainer vorstellte, präsentierte Wolfsberg den Nachfolger für den 42jährigen Steirer. Das beweist, dass Wolfsberg-Boss Dietmar Riegler schon viel früher Bescheid wusste, dass sich Ilzer für den Wechsel zu Violett entschieden hat, als er es  zugab. Sonst hätte er nicht zwei Tage nach dem letzten Saisonspiel den neuen Trainer parat gehabt. Riegler soll, wie man im Lavantal kolporiert, aus Ilzers Wechsel ein gutes Geschäft gemacht, von Austria 800.000 Euro kassiert haben. Wenn´s stimmt, muss man sich über die Austria schon wundern. Denn der bleibt ja nicht erspart, auch Thomas Letsch und Robert Ibertsberger weiter zu bezahlen, da mit Platz vier die Qualifikation für die Europa League gelang.

Wolfsberg gibt wie bei Ilzer wieder einem Trainer seinen ersten Job in der Bundesliga. Diesmal bekommt der 42jährige Gerhard Struber aus der Salzburger Tischtennishochburg Kuchl, die Chance. Als Aktiver galt er als Urgestein von Austria Salzburg, als Trainer gehörte er zur Red Bull-Welt. In der Akademie begann er, dann war er bei der Kampfmannschaft  Assistent des erfolglosen Peter Zeidler für 25 Spiele, der Interimslösung  Letsch für zwei und des erfolgreichen Spanier Oscar Garcia für 19 Spiele. Ehe er Nachfolger von Marco Rose bei der Youth League.Mannschaft wurde. Den Rose-Triumph zu wiederholen, konnte keiner fordern oder erwarten. Beim „Farmtam“ Liefering in der zweiten Liga war Struber so ziemlich alles: Teammanager, Trainer, zuletzt Talentemanager. Eine Empfehlung für den Sprung in die Bundesliga?

Bei Riegler spielte der Gedanke sicher mit, die Kooperation mit Red Bull fortzusetzen, aus Salzburg auf Leihbasis junge Talente zu bekommen, die Wolfsberg weiter helfen. Wie zuletzt Sedou Koita. Und dann war dem Präsidenten wichtig, dass Struber so spielen lässt wie Ilzer in der Erfolgssaison. Das erinnert an die Bestellung von Valerien Ismael zum Nachfolger von Oliver Glasner beim LASK. Struber meinte, Wolfsbergs-Stil unter  Ilzer sei sehr nahe an seiner Idee von Fußball. Ismael sagte  bei seiner ersten Pressekonferenz als LAS-Trainer etwas ähnliches über Glasners Pressing, meinte aber, beim Spiel in der gegnerischen Hälfte müssen sich etwas ändern und verbessern. Aber offenbar bekommt man in Österreich den frei gewordenen Trainerjob bei erfolgreichen Mannschaften am ehesten, wenn man de Chefetage versichert wenig ändern zu wollen. Ob das d richtige Weg ist? Man kann zwar nicht mit jedem Trainer die Philosophie des Klubs ändern. Anderseits kann eine Kopie kann nie so gut wie das Original sein! Man muss schon selbst Spuren hinterlassen dürfen,

So gesehen ist Ilzers Ausgangsposition bei Austria die bessere. Bei Wolfsberg wird diese Saison garantiert nicht mehr zu toppen sein. Struber übernahm daher fast ein Himmelfahrtskommando. Die sechs  Spiele mehr in der Gruppenphase der Europa League sind Neuland, die Zusatzbelastung muss erst einmal verkraftet werden. Und der finanzielle Spielraum, um den Kader dementsprechend für die neue Herausforderung aufzurüsten, der wird in Wolfsberg sicher nicht vorhanden sein.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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