Fußball

Zu wenig Ajax Amsterdam, zu viel Zulj, Alar, Jeggo und Kitashvili

Seit Wochen ist die Grazer Merkur-Arena für das Retourspiel gegen Ajax Amsterdam  ausverkauft. 15.300 Sturm-Fans wollen für einen Hexenkessel sorgen. Der Chancen für den Aufstieg in die dritte Runde der Qualifikation zur Champions League, in der Standard Lüttich warten würde, sind nach dem 0:2 im Hinspiel zwar nicht groß, aber sie leben.  Auch mit Hilfe von Ajax, da die Holländer sich im Finish des ersten Duell darauf beschränkten, das Match zu kontrollieren, nicht auf das dritte Tor spielen. Wenn da Sturm im vollen Haus irgendwie die Führung gelingt, dann brennt der Ajax-Hut. Die Abwehr ist ja nicht gerade die routinierteste. Abwarten, ob Manchester United-Heimkehrer Daley Blind daher nicht in der Startelf stehen wird.

Sturm macht zudem einen Fehler:  Man redet zu wenig über Ajax,  lässt sich auf zu viel Diskussionen um Personalien ein. „Nachwassern bringt nichts“, sagte Sportchef Günter Kreissl Montag Abend völlig richtig beim „Talk und Tore“ von Sky. Tat es aber dann doch. Kreissl, wirklich nicht dafür bekannt, Unwahrheiten in der Öffentlichkeit zu verbreiten, redete trotzdem über James Jeggo und seinen Abschied zur Austria, dass er es nicht super finden kann, wenn Deni Alar als Kapitän ihm zwei Wochen vor dem ersten Match gegen Ajax zwischen zwei Verhandlungsrunden über eine Vertragsverlängerung sagt, die Ausstiegsklausel zu ziehen und zu Rapid zurückzukehren. Schön langsam wird auch das Dauerthema Peter Zulj, das Sturm seit Wochen verfolgt, zur Belastung für die Mitspieler. Wenn täglich spekuliert wird, ob er bleibt oder geht, ob er sich mit dem Match gegen Ajax verabschiedet oder erst Ende August. Der Klub, der Zuljs sportlichen Traum und die finanziellen Wünsche von Sturm erfüllt, hat sich bei Kreissl bisher noch nicht gemeldet. Darum ist die Möglichkeit, dass Zulj im Herbst noch bei Sturm spielt, größer ist als die des Aufstiegs gegen Ajax. Dass im Grazer Umfeld bereits üebr den  22jährigen Dinamo Tiflis-Kapitän Otar Kitashvili, der als Georgiens größtes Talent gilt, als möglichen Zulj-Nachfolger diskutiert wird,   passt ins Bild. Auch wenn Kreissl betont, dass eine Personalie nichts mit der anderen zu tun hat. Einen Tag vor dem Ajax Spiel wurde der Kauf von Kitashvili fixiert. Kolportierte Kosten: 650.000 €

Nur über ein mögliches Wunder gegen Ajax, das ohne den verletzten Jakob Jantscher gelingen muss zu reden, würde mehr bringen. Die Marschroute, zunächst das „zu null“ zu halten, irgendwann das 1:0 zu erzielen, um die Holländer zu verunsichern, klingt zwar gut. Aber Fakt bleibt, dass Sturm mindestens drei Tore erzielen muss, um weiter  zu kommen. Wer Opimist ist, bei tipp3 auf ein 3:0 anch regulärer Spielzeit setzt, bekommt das 33fache seines Einsatzes zurpck (siehe unten). Also wäre es am günstigen, wenn das Führungstor möglichst schnell fällt, um die Ajax-Stars  wie Matthijs de Ligt, Argentiniens Teamverteidiger Nicolas Tagliafico, Lasse Schöne, Klaas Jan Huntelaar und Serbiens WM-Stürmer Dusan Tadic so richtig ins Schwitzen zu bringen. Nicht nur durch die Temperaturen. Max Wöber wird das ganze wie schon in Amsterdam zu Beginn wohl wieder von der Bank verfolgen.

Das Ausscheiden wäre für Sturm zwar eine verpasste Chance auf die Königsklasse, jedoch anderseits kein Beinbruch. Weil es in der  Qualifikation zur Europa League weiter gehen würde. Und da ist die wahrscheinliche Drittrundenhürde mit AEK Larnca (0:0 im Hinspiel bei Dundalk in Irland) nicht so hoch wie die für die Champions League mit Belgiens Spitzenklub Standard Lüttich. Trotz der neun Spanien-Legionäre bei den Zyprioten.

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