Fußball

Zum Leidwesen der Vienna ist Wien anders

Im Februar bewies Österreich ältester Fußballklub, die Vienna im Viertelfinale des Uniqa-Cups beim 0:1 in Graz gegen Sturm eigentlich mehr zu sein als ein Klub aus der vierten Leistungsstufe. Damals durfte Blau Gelb noch aktiv sein, weil der  Cup unter Spitzensport fällt. Die Wiener Liga  hingegen nicht. Also gab es seither nur eine Möglichkeit, zu spielen: Bei einem Test gegen die Admira Juniors aus der Regionalliga Ost im Sportzentrum Steinbrunn für die  Schiedsrichter, der zur Ausbildung der Videoreferees, die es mit Beginn der Saison 2021/22 in der Bundesliga geben wird,  gehörte. Dabei wurden bestimmte Situationen simuliert. Daher war Schiedsrichterchef Robert Sedlacek anwesend. Und beteuerte, er werde als Präsident des Wiener Verbands wirklich alles unternehmen, dass die Vienna nicht zum zweiten Mal hintereinander zu Schaden kommt. Letzte Saison gab es durch den Abbruch wegen Corona keinen Aufsteiger  in die Regionalliga. Zum Leidwesen der Vienna, die Tabellenführer  war. Derzeit droht die Wiederholung.

Weil Wien eben anders ist. Als die Landesverbände in Kärnten und der Steiermark. Die legten sich mit ihren Präsidenten Klaus Mitterdorfer und Wolfgang Bartosch bereits darauf fest, dass es keinen Absteiger geben wird, aber die Saison in ihren Ligen nach dem aktuellen Tabellenstand gewertet wird und der Tabellenführer fix aufsteigen darf, sollte auch nach dem 26. Mai kein normales Training möglich sein.  In Wien bleibt die Aufstiegsfrage hingegen in Wahrheit weiter ungeklärt. Für Sedlacek hat oberste Priorität, die Hinrunde in den Ligen sozusagen mit allen Mitteln fertig zu spielen, damit es dann keine Diskussionen über die Wertung gibt.  Laut Sedlacek bleibe dafür sogar bis Anfang Juli Zeit. Eine autarke Entscheidung wie in Kärnten und der Steiermark, den Tabellenführer zum Zeitpunkt des Abbruchs, aufsteigen zu lassen,  wäre auch in Wien möglich. Doch lehnte sie Sedlacek zum Unterschied  von seinen Kollegen ab. In letzter Konsequenz oder nur vorerst noch?

Die Vienna also in der Warteschleife. Zur „Ablenkung“ diente vor zwei Wochen ein Besuch aus New York. Von einem Mitglied der Familie Rothschild, der  die Vienna ihre Gründung vor 126 Jahren am 22. August 1894 zu verdanken hat. Geoffrey R. Hoguet, der Urenkel des Bankers Nathaniel Meyer von Rothschild, des Taufpaten der Vienna, kam erstmals auf die Hohe Warte, wo ihm  viele die Ehre sozusagen einen großen Bahnhof bereiteten. Unter anderem Ex-Teamkapitän Andreas Ivanschitz, jetzt Ausbildungsmanager der Vienna. Oder der blau-gelbe Fan-Club mit dem Namen Partizan Rothschild (Bild oben). Die Vienna möchte heuer gerne öfters feiern. 100 Jahre Hohe Warte, 90 Jahre Mitropacupsieg, 90 Jahre erster Meistertitel, 10 Jahre Frauenmannschaft. Ob wegen Corona das alles möglich sein wird? Am wichtigsten wäre allen, dass der Nachwuchs endlich wieder trainieren darf und der Aufstieg in die Drittklassigkeit mit einem Jahr Verspätung doch möglich wird. Das liegt am Wiener Verband.

Foto: First Vienna/FotobyHofer/Christian Hofer.

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