Fußball

Zum Start Stunde der Wahrheit für Joelinton: Wie gefährlich wird er Bayern?

Meister Bayern eröffnet Freitag Abend in der Münchener Allianz-Arena gegen den Dritten Hoffenheim als klarer Favorit auf den siebenten Titel in Serie die deutsche Bundesliga, die nach der  WM-Enttäuschung des entthronten Titelverteidigers sozusagen auf Bewährung spielt. Hoffenheims Trainer Jürgen Nagelsmann, mit 31 weiter der jüngste der Liga, gab in seiner letzten Saison vor dem Wechsel zu RB Leipzig, ganz forsch den Meistertitel als Ziel aus. Zur Begeisterung der deutschen Medien, dass es endlich  einen gibt, der nicht in Ehrfurcht vor den großen Bayern stirbt. Für den Start in München gab er einen Spruch des ehemaligen Bayern-Torhütertitans, Oliver Kahn, als Devise aus: „Wir brauchen Eier.“ Soll bedeuten: Wir müssen couragiert auftreten. Der Start, der in 200 Länder übertragen wird, dürfte gleich das erste Österreicher-Duell vor den Augen von Teamchef Franco Foda bringen: David Alaba wurde nach einer Knieprellung ebenso wieder fit wie bei Hoffenheim Florian Grillitsch nach Oberschenkelproblemen.

Hoffenheim kommt mit einer neuen Hoffnung auf Tore nach München, die in den letzten zwei Saisonen den Rapid-Dress getragen hatte: Der 22jährige Brasilianer Joelinton, 1,92 Meter  groß, 85 Kilogramm schwer. Um 2,2 Millionen Euro holte ihn Hoffenheim 2015 aus Recife, aber er schaffte nicht den Sprung in die Bundesliga, spielte nur eine Minute. Deshalb aktivierte sein Berater, Rogon-Boss Roger Wittmann, seine guten Kontakte zu Andreas Müller aus dessen Zeiten als Sportchef bei Schalke und Hoffenheim. Müller hatte damals das Sagen bei Rapid, griff zu. Mit einem Leihvertrag über zwei Saisonen, der  Rapid 800. 000 Euro kostete. Um acht Millionen hätte er heuer endgültig gekauft werden können, aber diese Summe lag nicht im Bereich des Machbaren für Müllers Nachfolger Fredy Bickel, der sich sehr bemühte, Joelinton nochmals auszuleihen. Denn  man fragte sich bei Rapid nicht zu Unrecht, ob Joelinton so eine hohe Ablöse  wert ist. Mitunter zeigte er sein großes Potenzial, spielte mitreißend, wie 2017 beim verlorenen Cupfinale gegen Red Bull Salzburg in Klagenfurt, mitunter verärgerte und verwunderte er  als Chancentod.  Wittmann konnte in Hoffenheim durchsetzen, Joelinton eine zweite Chance zu geben.  Daher schickte  Nagelsmann bereits im Frühjahr  einen Katalog zu Joelinton, welche Anforderungen er  bei der Rückkehr zu Hoffenheim zu erfüllen hat. Joelinton scheint dies gut gelesen zu haben.

Er trägt bei Hoffenheim die Rückennummer 34 wie bei Rapid, fällt wie in Wien mit blondierten Haaren auf. Nahm auch die dem englischen Teamstar Dele Alli nachgemachte Jubelgeste mit nach Deutschland: Er verdreht den rechten Arm, hält sich die Hand vor das rechte Aue, formt sie zu einem Kreis, um durchblicken zu können. Seine brasilianische Freundin ist mit dem einjährigen Sohn ständig bei ihm, in Österreich war das noch anders. Bereits in der Vorbereitung machte er auf sich aufmerksam, seine drei Tore beim 6:1-Cupsieg in Kaiserslautern verschafften ihm endgültig den Platz in der Startelf: „Er ist wissbegierig, lauffreudig, bei Rapid müssen sie einiges mit ihm gut gemacht haben“, lobte Nagelsmann,, strich die „ewig langen Gräten“ hervor, mit denen er den Gegnern zusetzt. Gemeint sind die langen Beine und die Reichweite. Joelinton weinte letzten Samstag vor Glück nach seinem Austausch, bekreuzigte sich mehrmals: „Wien war gut, aber es war immer ein Traum von mir, zurückzukehren und solche Tage zu erleben.“ Vielleicht wirkt beim streng gläubigen Joelinton noch der päpstliche Segen, den er im Mai bei einer Audienz mit Rapid im Vatikan erhalten hatte. Freitag ist der Abend der Wahrheit: Kann Joelinton selbst Bayern mit Niklas Süle und Mats Hummels im Abwehrzentrum und Abräumer Javi Martinez davor gefährlich werden?

Bei Hoffenheim sitzt Österreichs U21-Teamspieler Stefan Posch auf der Bank, Robert Zulj wurde nach nur fünf Einsätzen in der letzten Saison  an den Zweitligisten Union Berlin verliehen, bei dem sein Landsmann Christopher Trimmel Kapitän ist. Wie viele der 28 „Ösis“ in der Bundesliga werden in der ersten Runde auch erste Wahl sein? Im Nordderby zwischen Werder Bremen und Hannover 96 bei Werder Florian Kainz, nicht Marco Friedl, in Hannover Neuzugang Kevin Wimmer. Der von Hannover nach Bremen zurückgekehrte Martin Harnik ist verletzt. Bei Schalke beginnt in Wolfsburg Guido Burgstaller, aber nicht Alessandro Schöpf.  Die österreichishen Torhüter? Ex-LASK-Kapitön Pavao Pervan war un Wolfsburg imemr nur als routinieerte Nummer zwei hiter dem Belgier Ken Casteels eingeplant, bei Schalke ist Michael Langer die Nummr drei. In Berlin werden bei Hertha BSC  – 1.FC Nürnberg mit Valentino Lazaro und Georg Margreitter zwei rot-weiß-rote Legionäre im Einsatz sein. Lukas Jäger ist beim Aufsteiger vorerst kein Thema. Bei Freiburg sitzt gegen Eintracht Frankfurt Philipp Lienhart auf der Bank. Foda sieht Samstag Nachmittag in Düsseldorf beim Aufsteiger Fortuna Kevin Stöger, der für die Standardsituationen zuständig ist, bei der Österreicher-Hochburg Augsburg Martin Hinteregger und Michael Gregoritsch. Kevin Danso ist Joker, Georg Teigl wird nicht zum Kader gehören. Am Abend steht Ramazan „Rambo“ Özcan bei Leverkusen in Mönchengladbach zwischen den Pfosten, dürfte nach letzte Stand auch Aleksandar Dragovic im Abwehrzentrum zum Zug kommen, da die Bender-Zwillinge wieder einmal nicht fit sind. Für Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger, der die halbe Hinrunde ausfällt, überlegt Sportvorstand Rudi Völler einen Ersatz zu holen. Am Sonntag sind  Philipp Mwene und  Karim Onisiwo bei Mainz gegen den VfB Stuttgart Ersatz, bei RB Leipzig würde in Dortmund Marcel Sabitzer zum Unterschied von Stefan Ilsanker und Konrad Laimer beginnen, wenn es seine Adduktorenbeschwerden zulassen. In der Europa League wurde Sabitzer deshalb nicht eingesetzt.

 

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