Fußball

Beeendet Aus bei Southampton auch Hasenhüttls Trainerkarriere?

Es war keine große Überraschung, dass Southampton Montag um elf Uhr Vormittag die Trennung von Trainer Ralph Hasenhüttl verkündete. Am Sonntag standen der 55 jährige Grazer und sein Tiroler Assistent Richard Kitzbichler (Bild oben) bei der 1:4-Heimpleite gegen Newcastle im wahrsten Sinne des Wortes Regen. Es war die siebente Niederlage in 14 Runden. Denen stehen nur drei Siege (gegen Leicester, Chelsea und Bournemouth) und drei Unentschieden (gegen Leeds, West Ham und Tabellenführer Arsenal) gegenüber. Gegen Tottenham, Manchester United, Wolverhampton, Aston Villa, Everton, Manchester City, Crystal Palace und Necastle gelang kein Punkt. Daher steht Southampton auf Rang 18, der den Abstieg bedeuten würde. Nur Wolverhampton und Aufsteiger Nottingham haben je zwei Punkte weniger.  Also sahen der serbische TV-Mogul Dragan Solak , seit Jänner der Klubbesitzer, und Geschäftsführer Martin Semmens den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel bekommen. Über den Englands „Yellow Press“ bereits seit Monaten spekulierten. Mit Hasenhüttl geht auch Assistent Kitzbichler, ein anderer aus seinem Staff, der Spanier Ruben Selles, ist für die zwei letzten Spiele dieses Jahres interimistisch der Chef.

Hasenhüttl übernahm ein halbes Jahr nach seinem Ausstieg bei RB Leipzig Southampton im Dezember 2018 als Tabellenletzter. In 183 Partien kam er auf 60 Siege, 36 Unentschieden, bezog 75 Niederlagen. Das ergibt einen Punkteschnitt von 1,26. Auf dem offiziellen Statement von Southampton kann man dankende Worte für Hasenhüttls bedeutenden Beitrag zu besonderen Ergebnissen, der Entwicklung von Identität und Struktur zu lesen. Das Highlight war das Semifinale im FA-Cup vor einem Jahr im Wembley-Stadion, in der Premier League gab es die Plätze 16, 11 und zweimal 15. Aber allein die Tatsache, dass Hasenhüttl bei seiner Beurlaubung der Trainer in der Premier League war, der nach Jürgen Klopp bei Liverpool und Pep Guardiola bei Manchester City die längste Amtszeit hat, beweist die gute Arbeit, die er bei den „Saints“ ablieferte.

Bei seinem letzten Match bedeuteten vier Schüsse von Newcastle vier Tore: „Sie haben gezeigt, warum sie wo stehen, wir aber auch“, spielte Hasenhüttl nachher auf die vergebenen Chancen an, sprach von einer sehr schwierigen Situation.  Newcastle liegt auf Rang drei, hat dank Gelder aus Saudiarabien in diesem Jahr wesentlich mehr investiert als Southampton. Dort wollte Hasenhüttl eigentlich seine Trainerkarriere beenden. Allerdings erst in zwei Jahren. Sein Vertrag lief bis 2024. Was passiert jetzt? War die fünfte Station seiner Trainerkarriere nach Unterhaching, Aalen, Ingolstadt und RB Leipzig auch die letzte? Eigentlich würde es zur Mentalität des Kämpfers Hasenhüttl nicht passen, so aufzuhören. An Angeboten wird es dem bisher einzigen österreichischen Trainer in England, der teuersten Liga der Welt, sicher nicht fehlen.

Foto: FC Southampton.

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