Fußball

Ein Sponsor kritisiert im Hause Sturm! Schweizer Meister hat LASK-Talent am Radar

Montag Abend machte Sturm Graz seine zwei Winterleihgeschäfte mit U21-Teamspieler Arnel Jakupovic (Bild oben) und dem ghanesischen Linksverteidiger Gideon Mensah offiziell. Aber schon viele Stunden, bevor die Fotos der beiden mit Sturms Geschäftsführern Günter Kreissl und Thomas Tebbich geschossen wurden, gab es im Hause Sturm eine ungewöhnliche Kritik an den Einkäufen. Ungewöhnlich deshalb, weil sie von einem Sponsor kam, der sie bereits Montag früh auch artikulierte. Nachzulesen in der  „Kleinen Zeitung“, die  zu den elf Sponsoren des Vizemeisters gehört. Von blindem Aktionismus für die Fans war die Rede, dessen Sinnhaftigkeit man hinterfragen müsse. Zumal Jakob Jantscher nach seiner halbjährigen Verletzungspause voll belastbar ist und U21-Teamspieler Ivan Ljubic aus Hartberg zurückbeordert wurde. Nur, weil nach dem Verkauf von Peter Zulj an Anderlecht Geld vorhanden sei, müsse man ja nicht gleich auf Wintershopping-Tour gehen.

 

Auf die Kritik folgten auch Beweise, dass Sturm in letzter Zeit mit  Jänner-Einkäufen daneben gelegen war. Mit dem Norweger Martin Ovenstad, der inzwischen vereinslos ist, mit Stürmer Selfedin Chabbi, inzwischen in der Türkei bei Gaziantepspor oder mit der Hoffenheim-Leihgabe Baris Atik, derzeit bei Dynamo Dresden. Im Sommer kaufe Kreissl besser ein als im Winter, hieß es. Kreissl ist natürlich überzeugt, mit Jakupovic und Mensah richtig gehandelt zu haben. Muss er auch sein. Zumal ja Jakupovic sein Talent auch einige Male in Österreichs U 21 (Bild oben) beweisen konnte. Im Oktober hatte er Österreich gegen Russland als Joker ins Play-off geschossen. Kreissl sieht in Jakupovic einen Knipser mit einem außergewöhnlichen linken Fuß. Trainer Roman Mählich prophezeit, dass Sturm mit Jakupovic unberechenbarer werde. Jedenfalls hat Sturm vier Spieler aus dem Kader der U21, die sich erstmals für die Europameisterschaft qualifizieren konnte, zur Verfügung: Innenverteidiger Dario Maresic, die Mittelfeldspieler Ljubic und Sandi Lovric sowie Jakupovic. Der erste Test mit Jakupovic machte Kreissl und Mählich Hoffnung: Beim 9:0 (3:0) gegen Weiz gelang ihm in 25 Minuten ein Hattrick.

U21-Teamchef Werner Gregoritsch dürfte Jakupovic klar gemacht haben, dass er im Juni bei der EM-Endrunde in Udine und Triest gegen Dänemark, Serbien und Deutschland nicht dabei sein könnte, wenn er weiterhin  keine Spielpraxis in einer Kampfmannschaft haben wird wie seit dreieinhalb Jahren bei Middlesbrough in England oder Empoli in Italiens Serie A. Die Hoffnung, bei Juventus über die U 19 in den Kader zu kommen, hatte sich im Frühjahr 2018 auch nicht erfüllt. Daher jetzt die Rückkehr nach Österreich, im zweiten Anlauf zu Sturm. Für die Entwicklung von Jakupovic wäre es gescheiter gewesen, nicht schon mit 17 den Schritt ins Ausland zu machen, sondern bei seinem damaligen Klub Austria zu bleiben. Der ihm von Violett angebotene  Profivertrag war aber den Jakupovic-Beratern nicht gut genug.

Ein Mitspieler von Jakupovic in der erfolgreichen U21 steht derzeit beim Schweizer Meister Young Boys Bern am Radar:  Sportchef Christoph Spycher, seit September 2016 Nachfolger von Fredy Bickel, der ein halbes Jahr später bei Rapid landete, und Trainer Gerardo Seoane sind am 22jährigen LASK-Linksverteidiger Maximilian Ullmann interessiert. Sollte der Wechsel über die Bühne gehen, wäre er für Ullmann gleichbedeutend mit dem Ticket für die Champions League. Denn der Schweizer Meister ist kommende Saison automatisch für die Königsklasse qualifiziert. Und bei 19 Punkten Vorsprung auf den FC Basel nach 18 Runden gibt es keinen Zweifel, dass Young Boys seinen Titel verteidigen wird.

 

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