Fußball

Im Hexenkessel spricht fast alles für Salzburgs größten Erfolg

Tipp 3 ließ sich für die Lockdownzeiten eine spezielle Patriotenwette einfallen: Wenn in dieser Woche keiner der vier österreichischen Teilnehmer in Champions, Europa und Conference League verliert, dann gibt es für den Einsatz das 30 fache Geld! Den Anfang macht Dienstag Abend Meister Red Bull Salzburg im Norden Frankreichs bei Lille, Donnerstag folgen Rapid daheim gegen West Ham, Sturm Graz in Holland bei PSV Eindhoven, dem Zweiten der Eredivisie, der LASK in Israel bei Maccabi Tel Aviv im Bloomfield Stadium. Keine Niederlage in diesen vier Partien, das wäre fast ein vorweihnachtliches Wunder. Bei Salzburg sind die Erwartungen am höchsten. Trotz des zu erwartenden Hexenkessels im Stade Pierre Mauroy mit mehr als 40.000 Zuschauern. Da kann man der Ärger von Geschäftsführer Stephan Reiter verstehen, der von einem Wettbewerbsnachteil sprach, weil daheim das „Finale“ am 8. Dezember gegen den FC Sevilla vor leeren Tribünen stattfinden muss.

Salzburg hat es Dienstag selbst in der Hand, für den größten Erfolg der Red Bull-Ära, den Aufstieg ins Achtelfinale zu sorgen. Bei je zwei Punkten Vorsprung auf Wolfsburg und Lille sowie vier auf den FC Sevilla würde ein Sieg alles klarmachen. Das ist der zweite Matchball. Beim ersten stimmte zwar die Leistung, aber nicht das Resultat (1:2 in Wolfsburg). Alle vier Mannschaften der Gruppe gewannen am Woche nicht in der Meisterschaft: Salzburg trotz 26 Torschüssen nur 0:0 gegen Admira, Lille in Monaco 2:2, Wolfsburg in Bielefeld 2:2, Sevilla daheim gegen Alaves nur 2:2. Bei Wolfsburg wird in Sevilla erstmals in der Saison Pavao Pervan im Tor stehen. Der Österreicher kommt nach einem positiven Corona-Test des Belgiers Koen Casteels zum Einsatz. Auch Salzburg muss einen zusätzlichen Ausfall, den insgesamt sechsten, befürchten: Noah Okafor hat muskuläre Probleme, die ihn gegen Admira zum Ausscheiden zwangen.

Brutal eng sei es, stellte Karim Adeyemi (Bild oben), der mit zwei verwandelten Elfmetern gegen Kroatiens neuen Teamtormann Ivo Grbic für den 2:1-Heimsieg gegen Lille sorgte, fest: „Aber wir haben es zum Glück selbst an der Hand!“ Entweder Dienstag oder dann zwei Wochen später. Es ist fast beängstigend, wie viel eigentlich für Salzburg spricht: Lille hat in den bisherigen zwei Heimspielen der Gruppe gegen Wolfsburg und Sevilla zwar kein Tor bekommen, aber auch noch keines erzielt. Es gab zwei 0:0. Das 2:1 in Sevilla beendete am 2. November zwar Lilles sieglose Serie von zehn Gruppenspielen in der Champions League, aber löste keinen Erfolgsserie aus. Im Gegenteil. In der League 1 gelang seit damals kein Sieg, den letzten feierte Lille am 3. Oktober. Kein Wunder, dass es nur zu Rang zwölf reicht. Mit zwölf Punkten weniger  als in der vergangenen Meistersaison nach 13 Runden. In Form ist aber offenbar der 21 jährigen kanadische Stürmer Jonathan David, wie sein Doppelpack am letzten Freitag beim 2:2 in Monaco bewies. In diesem Jahr erzielte er  22 Tore. Genau so viele wie Kylian Mbappe, der Topstar von Paris St.Germain. Timothy Weah spielte letzte Woche noch mit Salzburgs Brenden Aaronson  um das WM-Tcket für die USA. Weah erzielte beim 1:1 auf Jamaika das Tor der Amerikaner.

Salzburgs Trainer Matthias Jaissle will in Lille nichts anderes von seiner Mannschaft sehen als bisher: Mutig auftreten und „unsere Art und Weise auf den Rasen bringen.“ Dann könnte es für Lille noch einmal ungemütlich werden. Salzburg, in Österreich der Konkurrenz finanziell ohnehin um Welten voraus, würde der Aufstieg ins Achtelfinale gesamt rund 40 Millionen Euro bringen. Spielen die Bullen 2022 in der Europa League weiter, bedeutet das zehn weniger.

 

Foto: Red Bull Salzburg.

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