Fußball

LASK kontra Bundesliga: Zwischen Veruntreuung und Terminchaos

Die Erleichterung bei LASK-Trainer Valerien Ismael war direkt greifbar, als er den ersten Sieg nach dem Neubeginn ähnliche bejubelte wie Peter Michorl und Marko Raguz (Bild oben) das frühe Führungstor beim 4:0 (3:0) gegen Sturm Graz, von einem Turnaround sprach, sich über drei Tore nach Standardsituationen freute: „Jetzt sind wir in der Meisterrunde angekommen“. Und er gab die Devise aus, in den zweiten fünf Spielen viel mehr Punkte zu holen als die vier aus den ersten fünf. Das kann man dem Tabellenführer nach 22 Runden schon durchaus zutrauen. Aber reicht das noch zu mehr als Platz drei? Das war das Thema für Präsident Siegmund Gruber. Der Protest gegen den Sechspuntkeabzug wegen des verfrühten Beginns des Mannschaftstrainings wurde fristgemäß bei der Bundesliga eingebracht, alle Vorwürfe gegen ihn, er löse damit ein Terminchaos aus, irritierten  Gruber nicht im geringsten. Das kann man ihm nicht verübeln. Es ist das gute Recht des LASK, den Instanzenweg auszuschöpfen. Gruber prophezeite, das werde man tun, so lange man sich ungerecht behandelt fühle, die Strafe zu hoch bleibe. Diese Ankündigung Grubers wertete Alfred Tatar im „Sky“-Studio als Versuch, Druck auf die zweite Instanz, das Protestkomitee unter Andreas Grundei aufzubauen.

Auch das interessiert Gruber herzlich wenig. Würde man nicht gegen das Urteil des  Senat eins unter Manfred Luczensky vorgehen, würde man sich des Tatbestands der Veruntreuung schuldig machen. Wegen einer Verwaltungsstrafe: „Das kann nicht sein!“ Und bei allen Befürchtungen um ein Terminchaos solle man sich an den Senat eins wenden: „Normal verhängt man solche Strafen maximal für die nächste Saison!“ Wie groß ist die Gefahr des Terminchaos? Ohne den Sechspunkteabzug wäre der LASK derzeit sechs Punkte plus entscheidend schlechtere Tordifferenz hinter Salzburg. Also hätte das Urteil keinen Einfluss darauf, dass Red Bull Salzburg seinen Titel aller Voraussicht nach verteidigen wird. Aber sehr wohl um den Kampf um Platz zwei. Da würde der LASK nur einen Punkt hinter Rapid liegen. Zweiter zu werden, das würde die Linzer Chefetage brennend interessieren. Weil man sich zutraut, wie in dieser Saison bis ins Play-off zu kommen und das fünf Millionen Euro bringen würde. Und bei einem eventuellen Ausscheiden wie 2019 gegen den FC Brügge noch immer das Weiterspielen in der Gruppenphase der Europa League wartet.

Wenn es bei der derzeitigen Tabellenkonstellation mit LASK auf Platz drei, mit diesem Rückstand auf Salzburg und Raoid bleiben sollte, dann droht kein Terminchaos. Wenn die Linzer jedoch in den letzten fünf Runden näher an Grün-Weiß herankommen, den Rückstand gegenüber Salzburg reduzieren, dann schon. Nächste Woche entscheidet das Protestkomitee. Bis das Urteil in der Langfassung den Linzern vorliegt, ist es sicher schon Juli. Wenn es weiter vor das neutrale Schiedsgericht geht und alle Fristen ausgereizt werden, dann bleiben dem LASK vier Wochen zur Einbringung der Klage vor dem Schiedsgericht, weitere zwei der Liga zur Beantwortung der Klage. Das geht sich nie und nimmer bis 3. August aus. An diesem Tag läuft die Nennungsfrist der Klubs für die Europacupbewerbe ab. Für Play-off und dritte Runde der Qualifikation zur Champions League, für die Gruppenphase der Europa League und die Qualifikation dafür.

Alle Planspiele und Überlegungen dazu wären hinfällig, sollte der LASK das Urteil der zweiten Instanz akzeptieren. Bleibt es beim Sechspunkteabzug, wird dies aber unter Garantie nicht der Fall sein.

 

 

Foto: LASK.

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