Fußball

Pacult, Hörtnagl, Aydin: Kampf um den Aufstieg brisant wie nie

Zeitig wie zuvor noch nie beginnt Freitag Abend nach 88 Wintertransfers die zweite Liga. Bei Minusgraden, also ein Bibberstart. Mit Viele erwarten den spannendsten und brisantesten Aufstiegskampf aller Zeiten. Obwohl Winterkönig Lafnitz, dessen Startspiel gegen die OÖ Juniors wegen zu viel Schnee auf dem Rasen verschoben wurde, nicht um eine Bundesligalizenz ansuchen wird. Das bekräftigt Obmann Bernhard Loidl seit Monaten, weil der für die oberste Spielklasse nötige Stadionneubau 20 Millionen Euro kosten würde. Beim Nachbarn Hartberg zu spielen, kommt unter der Devise „Lafnitz muss Lafnitz bleiben“ nicht infrage. 1,2 Millionen macht das Budget von Lafnitz aus, ein Viertel davon kommt von Sponsor „Licht Loidl“, der Firma des Obmanns. Der sofort zurücktreten und nur mithelfen würde, wenn jemand sich zutraut, den Aufstieg des Klubs aus der 1500 Einwohner-Gemeinde zu finanzieren. Es wird sich keiner finden.

Der Zweite Liefering darf als Farmklub von Red Bull Salzburg nicht aufsteigen, beim Dritten Blau Weiß Linz ist das durch den Stadionneubau auf der Gugl auf Jahr hinaus kein Thema. Also werden die Klubs von Platz vier bis sieben, die alle am 4. März um in Bundesligalizenz ansuchen werden, den Kampf um den Aufstieg unter  sich ausmachen: Austria Klagenfurt, der GAK, Wacker Innsbruck und Austria Lustenau. Wenn es um den finanziellen Einsatz geht, dann wird es ein Duell zwischen Kärnten und Tirol. Wobei der direkte Aufstieg nur über Platz eins oder zwei gelingt. Ab Rang drei gibt s Relegationsspiele gegen den Letzten der Bundesliga. Also ist, egal für wen, eine Aufholjagd in den letzten 17 Runden Pflicht. Weshalb aufgerüstet wurde: In Klagenfurt mit Peter Pacult, dem erfahrensten und prominentesten der vier Trainer, die im Jänner in die Liga kamen. Außer ihm der Deutsche Matthias Jaissle in Liefering statt dem nach Mainz gewechselten Bo Svensson, Roman Ellensohn beim Floridsdorfer AC und Andreas Wieland bei den Oberösterreich Juniors. Der war letzte Saison Assistent von Valerien Ismail beim LASK, soll durch einige Meldungen an Präsident Siegfried Gruber am Endeee Ismails beteiligt gewesen sein. Nach einem halben Jahr Pause hat er beim LASK-Ableger in der zweiten Liga einen neuen Job.

Austria Klagenfurt zeigt beim 3:5 im Cup gegen den LASK, dass in der Mannschaft das Potenzial zum Aufsteiger vorhanden ist. Da waren Stürmertalent Maciejewski, die zweite Leihgabe von Union Berlin nach Tormann Lennart Moser, sowie der 20 jährige Schwede Alex Andersson, ebenfalls ein Stürmer, noch nicht dabei. Er erzielte letztes Jahr bei Helsingborg fünf Tore, gehört Bayern München, spielte bisher nur in der zweiten Mannschaft. Wacker Innsbruck engagierte sogar sechs Neue. Drei von ihnen sollen das Mittelfeld stabilisieren und beleben: Der bosnische Ex-Teamspieler Anel Hadzic, in Österreich aus seinen Zeiten bei Ried und Sturm Graz bekannt, der 30 jährige Deutsche Marco Holz und Okan Aydin, letzte Saison noch Spielmacher bei Austria Klagenfurt. Dann sollte er für 300.000 Euro Ablöse nach China zu Zweitligist Jiangxi Liansheng, traf aber dort nie ein. Im Winter löste er den Vertrag, konnte daher ohne Ablöse nach Tirol. Bekam von der FIFA die Spielerlaubnis, sodass ihn Sportchef Alfred Hörtnagl (Bild oben) stolz als Transfercoup präsentieren konnte. Klagenfurt ist sauer, wartet noch auf die 300.000 Euro aus China, schaltete deshalb die FIFA ein. Die Personalie Aydin sorgt natürlich für vermehrte Brisanz. Ebenso die Tatsache, dass Pacult und Hörtnagl, gemeinsam 2008 bei Rapid Mister,  zweieinhalb Jahr später beim Abschied aus Hütteldorf keinen gemeinsamen Nenner mehr fanden. In Erinnerung daran würd sich jeder der beiden freuen, dem anderen den Aufstieg zu vermasseln. Als Pacult von 2001 bis 2003 in der Bundesliga Trainer bei 1860 München war, gehörte Daniel Bierofka zu seinen Spielern. 18 Jahre später ist er sein Konkurrent als Innsbruck-Trainer. Pacult weiß, dass er liefern muss.

Innsbruck empfängt Freitag Abend Vorwärts Steyr, Klagenfurt gastiert Samstag ohne den verletzten Kapitän Markus Rusek in Horn. Die Niederösterreicher, mit sieben Neuen Spitzenreiter der Winter-Einkaufsliste, sind praktisch ein neuer Kooperationsklub von Red Bull Salzburg. Sieht man auch an Kooperationsspielern aus Kolumbien (Innenverteidiger Luis Vasquez) und Ghana (Stürmr Daniel Owusu) die sich im Waldviertel für Salzburg empfehlen können. Dazu kam aus Liefering Tormann Daniel Antosch. Das dürft mit der  Vergangenheit von Trainer Alexander Schriebl als Spieler der Salzburger Austria etwas zusammenhängen. Zu seinem Kader gehört auch Lucas Scholl, der 24 jährige Sohn von Ex-Bayern-Star Mehmet. Am Tabellenende liegen drei „Ableger“ von Bundesligaklubs. Für Rapid II, die Young Violets, bei denen sich gegen Blau Weiß Linz Marco Djuricin Spielpraxis für die Rückkehr in die Bundesliga holen soll, und die OÖ Juniors, die mit Talenten aus Japan, der Slowakei und  Türkei aufrüsteten, heißt die Devise: Rasch raus aus dem Keller. Aber wer weiß, ob in Corona-Zeiten Regionalligaklubs überhaupt in die zweite Liga wollen,

 

Foto: FCW/Zorzi .

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