Fußball

Rapids erster Neuer für 2018: Kelvin Arase war auch bei Bayern gefragt

Wenn bei Rapid Mittwoch die Vorbereitungen auf das Frühjahr beginnen, dann ist im Kader ausser dem zurückgekehrten Co-Trainer Thomas Hickersberger auch ein neuer Spieler dabei. Einer der schon seit sieben Jahren bei Rapid ist und am 15. Jänner erst 19 Jahre jung wird: Kelvin Arase, im nigerianischen Benin geboren, 2006 mit den Eltern nach Wien gekommen, seither nie wieder in seinem Geburtsland. Er gilt  als das größte Offensivjuwel in grün-weiß, dessen größte Waffe die Schnelligkeit ist. Er spielt für Österreich vor zwei Jahren bei der U16-Europameisterschaft in Aserbaidschan, kam danach im Herbst unter Mike Büskens als 17jähriger bereits zu drei Einsätzen in der Kampfmannschaft, ehe in vor zehn Monaten der Hammer traf: Da hieß es, er könne Rapid derzeit nicht weiterhelfen, sei körperlich zu schwach. Zu der Erkenntnis war Ex-Trainer Damir Canadi gekommen. Nach einer Wintervorbereitung, bei der er Arase als Riesentalent  noch gelobt hatte. Zuvor hatte Arase beim bekannten Junior-Hallen-Cup im deutschen Sindelfingen die meisten Tore erzielt. Das war die Zeit, zu der auch Bayern München und Österreichs Meister Red Bull Salzburg das Interesse bei Arases Berater Walter Künzel deponiert hatten. Doch da zählte nur Rapid. Er brauchte Arase nicht davon zu überzeugen, dass es nicht gut ist, zu früh ins Ausland zu wechseln. Das wusste der bereits mit 18. Apropos Ausland: Über die Weihnachtsfeiertage gönnte er sich mit Freunden einen Besuch in London an der Stamford Bridge bei Chelseas 5:0 gegen Stoke. Die Eintrittskarte war ihm 108 Euro wert.

Es wird für Arase kein Neuland sein, wenn er mit Rapid  Mitte Jänner ins Trainingslager nach Benidorm fliegt, Dort war er auch vor einem Jahr dabei. Vor dem Startspiel gegen die Austria trainierte er noch in der Formation, die das Derby begann, ehe ihn die Degradierung wie aus heiterem Himmel traf: Zurück in die U 18. Da fiel es Arase schon tagelang schwer, so positiv und fröhlich wie gewohnt zu bleiben. Es waren harte Wochen für ihn, aber ans Aufgeben dachte er nicht. Auch an keinen Vereinswechsel. Er spielte dann in der zweiten Mannschaft unter Muhammet Akagündüz in der Regionalliga Ost, legte in Sachen Muskeln etwas zu, bekam von Canadis Nachfogler Goran Djuricin am 20. September die Chance beim 4:0 im Cup gegen Elektra. Danach kam von Sportchef Fredy Bickel das Angebot zur Vertragsverlängerung. Arase nahm es an, weil er damit in den Kader der Kampfmannschaft hochgezogen wurde. Ansonst hätte es keine Unterschrift bis 2020 gegeben, kein gemeinsames Photo mit Bickel und Djuricin Ende November (siehe oben), wäre Abwarten bis Sommer, bis zum Vertragsende und der kostenlosen Freigabe die Devise gewesen.

Jetzt will er sozusagen Muskeln zeigen, hofft fair behandelt zu werden, Einsatzzeiten zu bekommen. Nicht nur der Vorzeige-Youngster in Grün-Weiß zu sein. Wer Arase schon spielen gesehen hat, der weiß: Er ist so schnell wie „Pfitschipfeil“ Philipp Schobesberger, im Pressing sogar aggressiver. Die Position am Flügel ist seine bevorzugte, doch wenn der Gegner hoch verteidigt, ist er auch als Spitze eine Option. Die Hoffnung, ähnlich durchzustarten wie im Herbst Dejan Ljubcic, mit dem er in der zweiten Mannschaft einige Male gespielt hatte, lebt. Der Brasilianer Ronaldinho ist seit Jahren sein Vorbild: „Technisch bin ich sicher nicht so gut wie er, aber ich möchte auch so eine positive, lockere Ausstrahlung haben“. Große Ziele also. Bei denen er auch auf Hilfe von Steffen Hofmann setzt: „Als ich mit der ersten Mannschaft trainierte, hat er sich sehr mit mir beschäftigt. Die Gespräche haben mir  viel gebracht.“ Jetzt könnten ja weitere folgen.

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