Fußball

Warum Helge Payer an Knoflachs Zukunft glaubt

Bei 20 Pflichtspielen stand Tobias Knoflach bisher im Rapid-Tor. Dabei gab es sieben Siege, fünf Unentschieden und acht Niederlagen, er kassierte dabei 25 Tore, im Schnitt 1,2 pro Match. Fünfmal bekam  der 23jährige kein Tor, darunter in den letzten zwei Heimspielen. Rapids Sportchef Fredy Bickel setzte im Frühjahr mit der Vertragsverlängerung bis 2020 ein Zeichen des Vertrauens. Als Nummer drei hinter Jan Novota und Richard Strebinger war er in die Saison gegangen. Im letzten Gruppenspiel der Europa League gegen Bilbao im Dezember bekam er seine Chance, die er nützte. Vor der Frühjahrssaison ernannte ihn Damir Canadi zur  Nummer eins, sicher nicht ohne Zustimmung von Tormanntrainer Helge Payer.

Vor den letzten zwei Saisonspielen steht dennoch die Frage im Raum: Ist Knoflach die Lösung im Tor, die Rapid braucht, um wieder an bessere Zeiten anschließen zu können? Dass er ein Riesenherz für Rapid hat, in seiner Jugend bei den Heimspielen im Hanappi-Stadion auf der westtribüne stand, unübertrefflich beim Anstimmen von „Zicke, Zacke, Zicke, Zacke“-Jubelchorälen ist, egal ob im Flugzeug beim Heimflug aus Amsterdam nach dem Aufstieg gegen Ajax oder zuletzt in der Kabine nach dem Aufstieg ins Cupfinale,  sind  keine  maßgeblichen Argumente.  Nicht alle konnte Knoflach  bisher überzeugen. Ein Argument: Mit 1,83 Meter zu klein für einen Spitzenkeeper. Da könnte man einwenden, seine große Sprungkraft gleiche dieses Manko aus. Weitere Einwände. Mit seiner etwas zappeligen Art strahlt er keine Ruhe aus, sondern eher Hektik, verunsichert so seine Vorderleute. Mitunter bringt er die Hände nicht rechtzeitig in die Höhe, was zu Niederlagen gegen Sturm in Graz und in Salzburg führte, gibt´s Aussetzer, wie letzten Donnerstag in Mattersburg. Trotz allem verteidigt ihn Payer: „Ich kann mich noch an die Saison erinnern, als ich durch einen Achillessehnenriss  von Ladi Maier erstmals die Nummer eins bei Rapid war. Da unterliefen mir auch schwere Fehler.“ Payer war damals so wie jetzt Knoflach 23. Seine Bilanz von 2001/02: Von 26 Spielen sieben gewonnen, elf verloren, 39 Tore bekommen. Payers Spezialtrainer hieß damals Herbert Feurer. Der kämpfte für ihn, setzte bei Chef Lothar Matthäus durch, keinen Routinier zu holen, sondern Payer das Vertrauen zu schenken. Der blieb dann über zehn Jahre die Nummer eins, bestritt 298 Pflichtspiele, wurde zweimal Meister.

Jetzt schenkt Payer Knoflach sein Vertrauen: „Es wird an mir liegen, ihm die nötige Energie und Ruhe zu geben. Fehler sind sicher passiert, aber es gab auch einige sehr positive Sachen. Den Aufstieg ins Cupfinale gegen den LASK haben wir in erster Linie ihm zu verdanken.“ Was für Payer der Beweis für das Potenzial ist, das ein Tormann haben muss, wenn er bei einer  Mannschaft mit den Ansprüchen Rapids erste Wahl sein soll, nämlich Spiele zu gewinnen. In eigener Sache punkten kann Knoflach vor allem am Donnerstag beim Cupfinale in Klagenfurt gegen Salzburg. Im Vergleich mit dem von Trainern, Sportchefs und Klubpräsidenten zum Tormann  der Saison gewählten Salzburger Alexander Walke.

Zuvor kommt noch Sonntag St. Pölten. Beim Cupaufstieg in St. Pölten (3:1) spielte Knoflach, ebenso zuvor beim 1:1 in der Meisterschaft. Im Herbst stand beim 1:1 in St. Pölten und beim 1:0-Heimsieg Richard Strebinger zwischen den Pfosten. Vielleicht bekommt auch er  so wie Andreas Dober gegen den Vorletzten sein Abschiedsgeschenk, denn Strebinger kündigte an, sich verändern zu wollen. In Hütteldorf könnte der Abstiegskampf zwischen Ried und St.Pölten entschieden werden, offen ist auch  das Fernduell zwischen Austria (in der Südstadt gegen Admira) und Sturm Graz (in Wolfsberg) mit derzeit gleicher Punkteanzahl und Tordifferenz. Deni Alar braucht zwei Tore in Kärnten, um den gesperrten Austrainer Larry Kayode zu überholen, erstmals Schützenkönig zu werden.

 

 

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