Fußball

Zwei steirische Neue für Austrias Abwehr: Madl und Stangl

Der Name von Raphael Holzhauser steht auf der Liste der Austria-Spieler, die für den Lauftest in der nächsten Woche eingeteilt sind. Wie es derzeit aussieht, dürfte es keinen Wintertransfer des Kapitäns geben, sondern wird er seinen Vertrag bis Ende Juni erfüllen, dann kostenlos frei sein. Auf der Liste finden sich auch die Namen von Michael Madl (oben links) und Stefan Stangl. Was beweist, dass Sportchef Franz Wohlfahrt offenbar guten Mutes ist, den Zuzug der Abwehrspieler über die Bühne zu bringen. Was auch Sinn machen würde: Mit der Rückkehr von Madl zu Violett nach acht Jahren würde das Abwehrzenrum besser besetzt sein als im Herbst, auch auf Stangls Position als linker Verteidiger besteht Handlungsbedarf. Doublegewinner Red Bull Salzburg  ist laut Sportchef Christoph Freund bereit, Stangl auszuleihen. Auch an Austria, mit der es deswegen schon Kontaktgespräche gab. Bleibt die Frage: Macht es Stangl im Vergleich zu seinem Vertrag in Salzburg, der noch bis 2019 läuft,  billiger oder zahlt der Meister einen Teil seines Gehalts weiter?

Wenn der 26jährige Steirer wieder so in die Spur kommt wie zu Rapid-Zeiten, ist er für Austria ein  Gewinn. Bei Salzburg lief es seit 2016 nicht mehr so gut: Nur 13 Einsätze in eineinhalb Saisonen. Typisch für die verpatzte Zeit: Als er zuletzt in Wolfsberg erste Wahl gewesen wäre, verletzte er sich beim Aufwärmen. Stangls Wechsel würde das  Wiener Derby zum Saisonstart am 4. Februar in Hütteldorf noch brisanter machen. Zwar ist Stangl nur einer in der langen Liste von Spielern, die für beide Wiener Großklubs aktiv waren.  Wie bereits in den Fünfzigerjahren  Hans Riegler, dann ging es später weiter über  Hans Buzek, Josef Hickersberger, Peter Stöger, Peter Pacult, Jürgen Kauz, Trifon Ivanov, Michael Wagner, Martin Hiden, Gernot Plassnegger, Mario Tokic, Krysztof Ratajczyk, Roman  Wallner bis zu Peter Hlinka und Christoph Saurer. Für die Rapid-Fantribüne war Stangl schon wegen des Wechsels nach Salzburg ein Buhmann. Wenn er jetzt im Austria-Dress beim Derby  zu sehen sein sollte, würde sich das garantiert noch verstärken. Stangl wird beim violetten Debüt gute Nerven brauchen.

Madl, der wie Stangl steirische Wurzeln hat, spielte zuletzt vor drei Jahren gegen Rapid. Im Dress von Sturm Graz. Im Winter 2016 wechselte er nach London. Zum Traditionsklub Fulham, für den er bisher nur 29 Pflichtspiele bestritt. In dieser Saison setzte ihn er serbische Trainer Slavisa Jokanovic nie in der Championship ein. Der Vertrag von Madl, dessen Stern vor elf Jahren bei der U20-WM in Kanada aufging, als er gemeinsam mit Sebastian Prödl das Abwehrzentrum dicht machte, endet im Sommer.  Daher will die Austria keine Ablöse für  den Rückkehrer zahlen. Bei Fulham sieht man das etwas anders. Also müsste noch ein Kompromiss gefunden werden. Auch Madls Berater Max Hagmayr bemüht sich darum. Aber seit dem Jahreswechsel setzte ihn eine Grippe außer Gefecht.

 

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